Forschung + Innovation
Bronzeschatz und seltener Bischofsschmuck entdeckt

Bei Grabungen nahe Quedlinburg haben Archäologen einen 3 000 Jahre alten Bronzeschatz und einen seltenen 900 Jahre alten Bischofsschmuck entdeckt. Die Stücke kamen an der künftigen Trasse der Bundesstraße 6n ans Licht.

dpa HALLE. Bei Grabungen nahe Quedlinburg haben Archäologen einen 3 000 Jahre alten Bronzeschatz und einen seltenen 900 Jahre alten Bischofsschmuck entdeckt. Die Stücke kamen an der künftigen Trasse der Bundesstraße 6n ans Licht.

Zum Bronzeschatz gehören sechs verzierte Sicheln, eine Lanzenspitze, ein Armreifen und ein Beil. Bei dem Schmuck handelt es sich um ein Löwenköpfchen, das zu einem Bischofsstab gehörte, wie Archäologe Jens Brauer in einem dpa- Gespräch sagte. Die Funde lagen in etwa 30 Zentimetern Tiefe.

„Für die Menschen hatten diese Stücke einen unglaublich hohen Wert“, sagte Brauer mit Blick auf die Funde aus der Bronzezeit. In ganz Mitteleuropa wurden vor 4 000 bis 2 800 Jahren Waffen, Schmuck und Kultgegenstände an heiligen Stätten vergraben und damit den Göttern geopfert.

Bei dem feinverzierten Löwenköpfchen - ein etwa drei Zentimeter großes Stück aus Knochen oder Elfenbein - gehen die Experten davon aus, dass es einst als Abschluss auf einem gekrümmten Bischofsstab steckte. „In Deuschland gibt es nichts Vergleichbares. Weltweit wird nur noch im ungarischen Nationalmuseum in Budapest ein ähnliches Schmuckstück als Abschlussverzierung auf dem Stab eines Abtes aufbewahrt“, sagte Brauer.

Bis zum Herbst 2006 sollen die Grabungen an der Bundesstraße 6n fortgesetzt werden. Seit dem Jahr 2000 wurde eine Fläche von 160 Fußballfeldern untersucht. 241 Ausgräber holten dabei rund 900 000 Funde aus der Erde. Die ältesten Stücke sind 7 500 Jahre.

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