Bürostress vermeiden: Mensch gegen Maschine

Bürostress vermeiden
Mensch gegen Maschine

Telefongespäche, E-Mails, SMS – längst hat sich der Büroalltag zu eine Abfolge von Unterbrechungen des Arbeitsflusses entwickelt. Mit fatalen Auswirkungen, denn die ständige Erreichbarkeit und die damit verbundenen häufigen Störungen der Arbeit setzen Mitarbeiter auch unter Stress. Folge: Die Leistungsfähigkeit sinkt, Konzentration sowie Kreativität lassen nach. Doch der Stress lässt sich bekämpfen.

DÜSSELDORF. „Wenn der Mensch sich dem Rhythmus der Technik unterwirft und nicht umgekehrt, wird es problematisch“, sagt Dr. Annette Hoppe, Dozentin am » Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Arbeitspsychologie an der BTU Cottbus. In den USA beschäftigt sich bereits eine eigene Wissenschaftsdisziplin mit den Auswirkungen der totalen mobilen Vernetzung: Die Interruption Science, zu Deutsch Unterbrechungswissenschaft. Sie untersucht die negativen Folgen, die durch ständige Erreichbarkeit und damit verbundenen Unterbrechungen der Arbeit entstehen. 588 Milliarden Euro und 28 Milliarden Arbeitsstunden gingen so jährlich allein in den USA verloren, behauptet eine Studie von Basex, einer New Yorker Beratungsfirma für Informationsmanagement.

Von technisch bedingter Hyperaktivität vieler Arbeitnehmer spricht Dr. Annette Hoppe, die auch schon den Unternehmerverband Land Brandenburg e.V., Siemens, Vattenfall und zahlreiche mittelständische Firmen beraten hat. Je häufiger jemand aus seiner Beschäftigung herausgerissen würde, desto mehr Fehler entstünden dabei. Tests am Lehrgebiet für Arbeitswissenschaft und Arbeitspsychologie der BTU Cottbus ergaben: Jede Unterbrechung der Arbeit beeinflusst die Herzfrequenz und den Hautleitwert und löst damit Stress aus. Weil insbesondere Menschen in hohen Positionen die so entstandenen Fehler vor allem sich selbst und nicht den Umständen anlasten, entsteht zusätzlicher psychischer Druck.

Dem durchschnittlichen Büroarbeiter stünden im Schnitt gerade mal elf Minuten zur Verfügung, in denen er sich unterbrechungsfrei einer Aufgabe widmen kann, ergab eine Untersuchung der University of California. Bei Managern wird es eher noch weniger sein. Insbesondere für die von Managern geforderte Kreativität für neue Lösungswege sei dies gerade zu tödlich, bemerkt Hoppe.

Auch Multitasking – das parallele Bearbeiten verschiedener Aufgaben gleichzeitig – müssen heute nicht nur Computer beherrschen: Der durchschnittliche Angestellte widmet sich im Schnitt 11,7 Aufgaben zur gleichen Zeit, ergab die Studie aus Kalifornien. Psychologen sind sich jedoch einig, dass Menschen effizienter arbeiten, wenn sie sich nur jeweils einer Aufgabe der Reihe nach widmen.

Dabei sei das Problembewusstsein in deutschen Unternehmen durchaus vorhanden, so Hoppe. Ihre Vorlesungen würden immer häufiger auch von Führungskräften besucht, zahlreiche Projekte der Drittemittelforschung würden in Kooperation mit Unternehmen durchgeführt. Ihr Lehrstuhl hat nun eine Grundlagenstudie durchgeführt, die sich mit dem Verhalten bei Technikstress und den wirtschaftlichen Schäden beschäftigt. Die Ergebnisse werden in Kürze erwartet.

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