Forschung + Innovation
Büste einer Alamannin begeistert Experten

Die Büste einer vor rund 1 300 Jahren gestorbenen jungen Alamannin ist der neue Besuchermagnet des Heimatmuseums Villingen-Schwenningen im Schwarzwald.

dpa VILLINGEN-SCHWENNINGEN. Die Büste einer vor rund 1 300 Jahren gestorbenen jungen Alamannin ist der neue Besuchermagnet des Heimatmuseums Villingen-Schwenningen im Schwarzwald.

Mit großem Aufwand ist es in den vergangenen Jahren Archäologen und Restauratoren in Deutschland gelungen, nach dem Abbild des Totenschädels der Frau eine Büste aus Ton anzufertigen. Die Alamannen lebten vor rund 1 700 Jahren und gelten als unsere direkten Vorfahren, erklärte Museums-Archäologe Gaetano Oehmichen.

Er leitete 1989 die Ausgrabungen in Schwenningen. Hierbei wurde auch das unzerstörte Grab der im Alter von 30 Jahren gestorbenen Frau geborgen. „Ich hatte bei den Ausgrabungen sehr persönliche Dinge der Verstorbenen in der Hand gehalten. Mit der Rekonstruktion wollte ich dem Menschen, den ich nur als Skelett gesehen habe, das Gesicht zurückgeben.“

Auf Basis modernster wissenschaftlicher Verfahren, die auch von der Polizei bei der Aufklärung von Verbrechen benutzt werden, rekonstruierte die Tübinger Archäologin und Restauratorin Astrid Preuschoft-Güttler den Kopf. Die Gesichtszüge sind in dem grau-weißen Ton detailliert zu erkennen. Dennoch hat man auf Ausschmückungen wie Augen-, Haar- und Gesichtsfarbe aus wissenschaftlichen Gründen verzichtet.

Trotz der zurückhaltenden Gestaltung ist sich Oehmichen sicher: „In die Frau könnte man sich auch heute noch verlieben.“ Einige Museumsbesucher wollen bei der Betrachtung des rekonstruierten Kopfes Ähnlichkeiten mit der britischen Pop-Sängerin Anni Lennox festgestellt haben, sagte der Archäologe. Die Büste ist einer der Glanzpunkte der neu gestalteten Alamannen-Ausstellung des Museums. Auf mehr als 200 Quadratmetern werden Fundstücke aus den Grabungen in Schwenningen gezeigt.

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