Forschung + Innovation
Bulmahn: Auch deutsche Institute profitieren von Testreaktor Iter

Der in Südfrankreich geplante Fusionsreaktor Iter bietet auch deutschen Forschungsinstituten Chancen für weitere Aufträge.

dpa BERLIN. Der in Südfrankreich geplante Fusionsreaktor Iter bietet auch deutschen Forschungsinstituten Chancen für weitere Aufträge. „Insbesondere die Forschungszentren Jülich und Karlsruhe sowie das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik mit seinen Standorten Garching und Greifswald könnten davon profitieren“, sagte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD).

„Die genaue Höhe der Beteiligung wird sich durch Verhandlungen auf EU-Ebene klären“, sagte Bulmahn. Dazu werde noch ein Expertengremium geschaffen. Der Bau des 4,6 Mrd. Euro teuren Testreaktors Iter im südfranzösischen Cadarache soll Ende des Jahres beginnen. In Deutschland wurde die Fusionsforschung laut Bulmahn im Jahr 2003 mit 166 Mill. Euro von Bund und Ländern gefördert. Hier zu Lande arbeiten laut Ministerium 500 Ingenieure und Wissenschaftler in der Fusionsforschung, in der EU seien es 2000.

Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) habe neben den technologischen Entwicklungen insbesondere auch theoretisches Wissen dazu erarbeitet. „Dieses ist eine Voraussetzung für die Festlegung der Betriebsparameter des Iter“, sagte Bulmahn. An dem Fusionsexperiment Asdex Upgrade in Garching werde eine Vielzahl von Betriebszuständen des zukünftigen Iter simuliert und verbessert.

Bedeutend für die deutsche Fusionsforschung sei auch die Entscheidung für den Bau des Experimentalreaktors Wendelstein 7-X in Greifswald gewesen, sagte Bulmahn. Für dieses Projekt am IPP sei seit Mitte 90er Jahre in allen deutschen Fusionsforschungsstandorten gearbeitet worden. Wendelstein 7-X soll 2012 in Betrieb gehen und auch Tests für Iter übernehmen.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist seit vielen Jahren federführend an der Entwicklung von Technologien für Iter beteiligt. In der Testanlage Toska wurde bereits ein Magnetspulentyp getestet, der auch für Iter wichtig ist. Das Forschungszentrum Jülich forscht an den Wechselwirkungen vieler Mill. Grad heißer Fusionsplasmen mit den umgebenden Wänden. Es entwickelt Materialien für Iter.

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