Forschung + Innovation
Bulmahn: Stammzellenforschung „verschiedene Türen offen lassen“

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will der Stammzellenforschung in Deutschland weiterhin „verschiedene Türen offen lassen“.

dpa BERLIN. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will der Stammzellenforschung in Deutschland weiterhin „verschiedene Türen offen lassen“.

Angesichts der jüngsten Erfolge der Forschung sowohl mit adulten Zellen aus Knochenmark wie auch mit embryonalen Zellen sei es falsch, den Wissenschaftlern „Optionen vorschnell aus der Hand zu nehmen“, sagte Bulmahn am Freitag bei einer Fachtagung im Max-Delbrück-Centrum in Berlin. Beide Zelltypen ergänzten sich dabei als Untersuchungsmaterial für die Gesundheitsforschung.

In Deutschland dürfen Wissenschaftler nach dem Gesetz zwar keine Stammzellen aus menschlichen Embryonen gewinnen, für „hochrangige Forschungsziele“ aber welche aus dem Ausland importieren. Sie müssen vor dem 1. Januar 2002 durch künstliche Befruchtung gewonnen und dann in Kulturen eingelagert worden sein.

Bulmahn verwies auf jüngste Ergebnisse der Gesundheitsforschung, die darauf hindeuteten, dass adulte wie embryonale Stammzellen-Typen in der Lage sein könnten, abgestorbenes Herzmuskelgewebe zu regenerieren und intakte Herzmuskelzellen zu bilden.

Dies seien „ermutigende Ansätze, die beispielhaft belegen, wie viel medizinisches Potenzial sich mit der Stammzellenforschung verbindet“. Jedoch seien viele wissenschaftliche Fragen noch offen. „Sie müssen beantwortet werden, ehe sich zuverlässige Aussagen über den Einsatz stammzellenbasierter Therapien treffen lassen“, sagte Bulmahn.

Der Sprecher der Unionsfraktion in der Bundestags-Enquete- Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“, Thomas Rachel, kritisierte am Freitag jüngste Äußerungen von SPD-Chef Franz Müntefering zum therapeutischen Klonen. Münteferings Plädoyer stelle „einen erneuten Tabubruch der SPD-Spitze dar“. Mit der Erlaubnis, „menschliche Embryonen zu Forschungszwecken erzeugen und töten zu dürfen, wird eine ethische Grenze überschritten, die jenseits unserer christlich geprägten Wertvorstellungen liegt“, schreibt Rachel in einer Erklärung.

Müntefering hatte im „Rheinischen Merkur“ gesagt: „Wir können nicht andere im Ausland forschen lassen, von ihren Ergebnissen profitieren, uns selbst aber dann die Hände rein waschen.“

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