Bund
Hochschulen appellieren an Bund und Länder

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, hat Bund und Länder aufgefordert, gemeinsam mehr Studienplätze zu schaffen.

dpa HAMBURG. Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, hat Bund und Länder aufgefordert, gemeinsam mehr Studienplätze zu schaffen.

„Ich appelliere an die politischen Akteure, an die Länder und den Bund, gemeinsam die Hochschulen in die Lage zu versetzen, den Herausforderungen wirklich vernünftig begegnen zu können“, sagte Wintermantel in einem dpa-Gespräch. Es dürfe nicht sein, dass „eine große Zahl möglicher Studienanfänger praktisch vor den Toren der Hochschulen steht und nicht studieren kann“.

Sie plädierte vehement für einen gemeinsamen Hochschulpakt und gegen ein mit der Föderalismusreform geplantes „Kooperationsverbot“, wonach sich der Bund nicht mehr finanziell beteiligen darf, wenn es um Bereiche geht, die ausschließlich in der Kompetenz der Länder liegen. Wintermantel: „Ein Kooperationsverbot auszusprechen angesichts der gesamtstaatlichen Verantwortung nicht nur für die Forschung, sondern auch für die Ausbildung der jungen Leute, das ist schon sehr fragwürdig. Zupackende Zukunftspolitik sieht anders aus.“

Wegen der geburtenstarken Jahrgänge werde die Zahl der derzeit rund 352 000 Studienanfänger im Jahr 2011 um etwa 60 000 höher liegen. „Um diesen Studienanfängern die Chance zu bieten, auch studieren zu können, müssen die Studienplatzkapazitäten ausgebaut werden“, sagte die neue Präsidentin. Diese jungen Leute dürften „uns nicht wegen mangelnder Studienplätze verloren gehen. Das wäre volkswirtschaftlich fatal“.

Von den Bund-Länder-Gesprächen über einen Hochschulpakt, die am 2. Mai fortgesetzt werden, erwarteten die Hochschulen, „dass es zu einem zügigen Ausbau der Kapazitäten kommt“. Schon jetzt gebe es „lokale Zulassungsbeschränkungen, um überhaupt die Qualität der Lehre aufrechterhalten zu können. Das ist eine Notwehrreaktion der Hochschulen“, sagte Wintermantel. Auch der so genannte Bologna- Prozess mit der europaweiten Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengängen biete keine Reserve zur Bewältigung der Studierendenzahlen, sondern erfordere im Gegenteil mehr Ressourcen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%