Forschung + Innovation
Bund will Galileo-Kontrollzentrum in Bayern

Das Kontrollzentrum für das geplante europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo soll nach dem Willen der Bundesregierung im bayerischen Oberpfaffenhofen angesiedelt werden.

dpa OBERPFAFFENHOFEN. Das dortige Weltraumkontrollzentrum sei bereits heute ein Eckpfeiler bei der Galileo-Entwicklung, sagte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) am Freitag bei einem Besuch des Zentrums in der Nähe von München. Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) protestierte: Das Esoc-Kontrollzentrum in Darmstadt müsse ebenfalls beteiligt werden. Es sei vereinbart worden, die beiden deutschen Standorte Oberpfaffenhofen und Darmstadt sowie je ein Zentrum in Frankreich und Italien einzubinden.

Nach Stolpes Meinung ist Oberpfaffenhofen auf Grund der gesammelten Erfahrungen als Sitz des Kontrollzentrums für alle Beteiligten von „größtmöglichem Nutzen“. Er werde die Bewerbung Oberpfaffenhofens daher in vollem Umfang unterstützen, sagte Stolpe. Der hessische Minister betonte dagegen, das Darmstädter Zentrum habe in 37 Jahren ein „europaweit einzigartiges Know-How bei der Satellitenkontrolle aufgebaut“.

Die Bundesregierung drängt auf eine Führungsrolle Deutschlands bei dem milliardenschweren Galileo-Projekt. So hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gefordert, erhebliche Teile des Programms müssten nach Deutschland kommen. Mit dem Satelliten gesteuerten Navigationssystem will Europa die Vormachtstellung der US-Variante GPS (Global Positioning System) brechen. Galileo soll vor allem für zivile Dienste im Auto-, Flug- und Schiffsverkehr eingesetzt werden. Für das System will die Europäische Raumfahrtagentur Esa 30 Satelliten in 24 000 Kilometern Höhe schießen.

Nach Ansicht des EU-Kommissars Jacques Barrot stehen die Chancen gut, dass Oberpfaffenhofen den Zuschlag als Sitz für das technische Kontrollzentrum erhält. Er treffe zwar nicht die Entscheidung, sagte der EU-Kommissar nach einem Treffen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) am Freitagnachmittag. „München verfügt aber über eine ganze Reihe von Trumpfkarten.“

Stolpe forderte die deutsche Industrie auf, sich angemessen am Systemaufbau und Betrieb von Galileo zu beteiligen. Eine kostengünstige Lösung für die öffentliche Hand bleibe das Hauptziel.

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