Cape Canaveral
"Atlantis" ist erfolgreich gestartet

Die amerikanische Raumfähre "Atlantis" ist am Samstag in Cape Canaveral / Florida gestartet. Zuvor war der Start viermal verschoben worden. Die Raumfähre ist nun auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS.

HB CAPE CANAVERAL. Der Space-Shuttle mit der sechsköpfigen Crew hob am Samstag um 17.15 Uhr MESZ bei schönstem Sommerwetter vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida ab. Das Ankoppelmanöver an der ISS, wo sich derzeit auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter aufhält, ist am Montagmittag (MESZ) geplant. Die US-Raumfahrtbehörde NASA stand unter großem Zeitdruck, weil der Samstag auf Wochen hinaus der letzte mögliche Starttermin war.

Der Weltraumeinsatz soll insgesamt elf Tage dauern. Mit dem erfolgreichen Start der „Atlantis“ hat die US-Raumfahrtbehörde NASA nach fast vierjähriger Unterbrechung wieder die regulären Transportflüge zur ISS aufgenommen. Deren Ausbau soll bis 2010 abgeschlossen sein. Die Flüge wurden nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ am 1. Februar gestoppt. Dabei waren alle sieben Astronauten ums Leben gekommen.

Es ist der erste Flug der „Atlantis“ seit Oktober 2002. Der Shuttle hob mit ohrenbetäubendem Getöse und langem Feuerschweif wie vorgesehen um 17.15 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof ab. Achteinhalb Minuten später wurde das Haupttriebwerk abgestellt, und die „Atlantis“ schwenkte in einen Orbit um die Erde ein. In den kommenden beiden Tagen jagt die Raumfähre jetzt der ISS hinterher, die sich derzeit noch auf einer höheren Umlaufbahn befindet.

Startdirektor Mike Leinbach wünschte der Crew vor dem Start „viel Glück und eine gute Reise“. Kommandant Brent Jett erinnerte daran, dass die Rückkehr zu den Transportflügen „eine gewaltige Menge Arbeit für Tausende von Menschen“ bedeutet habe. Die kommenden Wochen und Jahre würden aber beweisen, dass es wert gewesen sei, so lange zu warten. Nie zuvor in der mehr als 25-jährigen Geschichte der Shuttle-Flüge hatte sich eine Crew so lange auf ihren Start vorbereiten müssen. Die Astronauten wurden im Februar 2002 ausgewählt und blieben über viereinhalb Jahre hinweg zusammen.

Die Crew fliegt ein 17,5 Tonnen schweres Segment mit zwei riesigen Sonnensegeln zur ISS. Bei insgesamt drei Weltraumeinsätzen sollen die Astronauten die 293 Millionen Euro teuren Segel an der Raumstation anbringen. Damit verdoppelt sich die Energieversorgung. Mehr Energie ist eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass im kommenden Jahr das europäische Weltraumlabor „Columbus“ und das japanische Modul „Kibo“ angedockt und in Betrieb genommen werden können. Außerdem können künftig sechs statt bislang nur drei Astronauten an Bord des Außenpostens der Erde arbeiten, leben und forschen.

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