Capecchi, Evans und Smithies ausgezeichnet
Medizin-Nobelpreis für „Knock-Out-Mäuse“

Der diesjährige Medizin-Nobelpreis geht an die US-Amerikaner Mario Capecchi und Oliver Smithies sowie an den Briten Martin J. Evans. Die Humangenetiker werden für ihre Grundlagenforschung zu embryonalen Stammzellen ausgezeichnet. Das teilte das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mit.

HB/hst STOCKHOLM. Das für die Preisvergabe zuständige Karolinische Institut in Stockholm sprach von „bahnbrechenden Entdeckungen“, die die drei Forscher gemacht hätten. Ihre wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Grundlage des sogenannten Gene-Targeting bei Mäusen. Dank der Arbeit der drei Forscher können Mäuse geschaffen werden, in denen gezielt eine der vielen tausend Erbanlagen ausgeschaltet wurde - als ob in einem Uhrwerk nur ein Rädchen entfernt wurde. Die in den Tieren sichtbaren Folgen verraten den Forschern dann, welche Funktion das ausgeschaltete Gen hat. Das erlaubt Wissenschaftlern auch Rückschlüsse auf Krankheiten beim Menschen. Inzwischen gibt es viele tausend solcher „Knock-Out-Mäuse“, die ein zentrales Werkzeug der Genforscher geworden sind.

Evans wurde 1941 in Großbritannien geboren und arbeitet heute an der School of Biosciences an der Cardiff. Capecchi wurde 1937 in Italien geboren, ist aber seit langem amerikanischer Staatsbürger. Er forscht an der Universität in Salt Lake City in Utah. Ebenfalls amerikanischer Staatsbürger ist der 1925 in Großbritannien geborene Smithies. Er arbeitet arbeitet an der Universität in North Carolina. Im vergangenen Jahr wurden die US-Forscher Andrew Z. Fire und Craig C. Mello für ihre Erfolge bei der genetischen Erforschung von Erbanlagen ausgezeichnet.

Die diesjährigen Nobelpreise sind mit zehn Millionen Kronen, rund 1,1 Millionen Euro, dotiert. Sie werden am 10. Dezember, dem Todestag ihres Stifters Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo überreicht. Die Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreises läutet den diesjährigen Nobelreigen ein. In den kommenden Tagen werden in Stockholm noch die Namen der Physik-, Chemie- und Literaturnobelpreisträger bekannt gegeben. Am Freitag dieser Woche nennt das Nobel-Komitee in Oslo den Namen des diesjährigen Friedensnobelpreisträgers. Am kommenden Montag schließt die Bekanntgabe des Wirtschaftspreisträgers den diesjährigen Nobel-Reigen ab.

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