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Charité-Studie: Alternative zur Gebärmutter-OP hat sich bewährt

Nach einer Charité-Studie hat sich das „Aushungern“ von gutartigen Gebärmutter-Tumoren als Alternative zu einer Operation bewährt. In den vergangenen zwei Jahren beobachtete die Klinik rund 80 Patientinnen, die sich dem alternativen Eingriff unterzogen hatten.

dpa BERLIN. Nach einer Charité-Studie hat sich das „Aushungern“ von gutartigen Gebärmutter-Tumoren als Alternative zu einer Operation bewährt. In den vergangenen zwei Jahren beobachtete die Klinik rund 80 Patientinnen, die sich dem alternativen Eingriff unterzogen hatten. Bei mehr 90 Prozent der Frauen haben sich die Beschwerden dauerhaft gebessert, teilte die Charité am Montag mit. Die Untersuchung sei die bislang größte Fallstudie in Deutschland.

Bei jeder vierten Frau bilden sich nach Charité-Angaben in der Gebärmutter gutartige Tumore, so genannte Myome. Ein Ausschalten dieser Wucherungen ist nur dann erforderlich, wenn sie Schmerzen, unerträgliche Blutungen, Druckgefühl oder Harndrang auslösen.

Lange war für die Entfernung der Tumore eine Gebärmutter- Operation nötig. Bei der neuen Methode wird nach einem kleinen Einstich in die Leiste ein dünner Plastikschlauch in die Schlagader der Gebärmutter vorgeschoben. Sind die Blutgefäße des Myoms erreicht, spritzen Ärzte sandkorngroße Kunststoffkügelchen in die Gefäße und verstopfen so die Blutzufuhr für den Tumor. Dadurch wird sein Gewebe „ausgehungert“. Bereits das Ausschalten der biologischen Aktivität lindert nach Erkenntnis der Charité-Radiologen die Beschwerden - auch wenn ein Teil des Myom-Gewebes im Körper verbleibt.

„Diese Methode ist für Frauen, die ihre Gebärmutter behalten wollen oder keine Operation mögen, eine echte Alternative“, sagte Charité-Experte Thomas Kröncke. Voraussetzung sei, dass die Familienplanung abgeschlossen ist und die Myome nicht größer als zwölf Zentimeter sind.

Die neue Methode der „Myom-Embolisation“ wurde vor 15 Jahren in Frankreich entwickelt. Im Jahr 2000 wurde nach Charité-Angaben die erste Patientin in Deutschland auf diese Art behandelt.

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