Chemie
Forscher entwickeln selbstreinigende Wolle

Australische Chemiker haben einen Weg gefunden, Wolle und Seide mit einer selbstreinigenden Beschichtung zu versehen. Unter Sonnenlicht werden Schmutz und Mikroorganismen durch chemische Reaktionen zerstört.

HEIDELBERG. Australische Chemiker haben einen Weg gefunden, Wolle und Seide mit einer selbstreinigenden Beschichtung zu versehen. Sie überzogen die Fasern mit Nanopartikeln aus Titandioxid, die bei Bestrahlung mit Sonnenlicht Schmutz und Mikroorganismen durch chemische Reaktionen zerstören.

Wolle, Seide und einige andere Naturfasern sind nur schwer zu reinigen, weil sie aus dem Protein Keratin bestehen, das empfindlicher ist als andere Fasermaterialien. Titandioxid erzeugt mit UV-Licht und Luftfeuchtigkeit freie Radikale, die Verschmutzungen und Mikroorganismen auf der Oberfläche zersetzen. Diesen Effekt nutzen bereits selbstreinigende Gebäudeanstriche auf Titandioxid-Basis.

An Fasern aus Keratin haftet Titandioxid jedoch nur schlecht. Das Team um Walid Daoud von der Monash-Universität in Melbourne band deshalb zuerst Bernsteinsäure an die Fasern, an die sich im zweiten Schritt das Titandioxid anlagerte.

Rotweinflecken brachte bereits eine zwanzigstündige Bestrahlung mit simuliertem Sonnenlicht zum Verschwinden. Die Beschichtung ist ungiftig und verändert nach Angaben der Forscher weder Textur noch Tragekomfort der Fasern.



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