Chemie-Nobelpreis
Der Meister der Oberfläche

An seinem 71. Geburtstag erreichte Gerhard Ertl der Anruf aus Stockholm, der ihn zum Nobelpreisträger machte. Die Arbeiten des Professors am Fritz-Haber-Institut in Berlin sind für den Bau von Auto-Katalysatoren ebenso wichtig wie für das Verständnis der Ozonschicht.

STOCKHOLM. Eigentlich sollte ein neuer Spazierstock den Geburtstag krönen. Doch dann kam alles anders: An seinem 71. Geburtstag läutete gestern bei Gerhard Ertl in Berlin das Telefon. „Ich war sprachlos“, erklärte der deutsche Forscher immer noch um Fassung bemüht. Dem sonst selten um Worte verlegenen Ertl war gerade die Krone auf seine wissenschaftliche Karriere gesetzt worden.

Der sympathische Professor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin erhält den diesjährigen Chemie-Nobelpreis und ist damit bereits der zweite Deutsche, der in dieser Woche die höchste Wissenschaftsauszeichnung der Welt zuerkannt bekam. Am Dienstag wurde schon dem deutschen Physiker Peter Grünberg zusammen mit dem Franzosen Albert Fert der Physik-Nobelpreis zugesprochen: Für ihre Forschungen, die die Grundlage für immer kompaktere Festspeicherplatten mit immer größerem Speichervolumen geschafft haben.

„Ich muss mir immer noch vergegenwärtigen, dass das alles wahr ist“, sagte Ertl kurz nach dem Anruf des Nobel-Komitees bei ihm in Berlin. Das dürfte nicht ganz so schwer gefallen sein, denn der Jubel seiner vielen Kollegen am Institut im Hintergrund müsste den Verdutzten wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt haben. Und die Realität ist schön für ihn: Der letzte deutsche Chemie-Nobelpreisträger stammt aus dem Jahr 1988, und Ertl ist der erste Preisträger in diesem Jahr, der sich die Auszeichnung mit niemandem teilen muss.

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