Chinesische Raumfahrt: Astronauten erreichen Weltraumlabor im Orbit

Chinesische Raumfahrt
Astronauten erreichen Weltraumlabor im Orbit

Zwei chinesische Astronauten sind erfolgreich in die Raumstation Tiangong-2 umgestiegen. Sie sollen für 30 Tage im All bleiben. Ihr Einsatz soll zum längsten Raumflug in der Geschichte der chinesischen Raumfahrt werden.

PekingZwei chinesische Astronauten haben das Raumlabor der Volksrepublik im Orbit erreicht. Die beiden Taikonauten gelangten wie geplant nach zweitägiger Reise mit einer Shenzou-11-Rakete zum Raumlabor Tiangong-2, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch meldete. Der Missionsleiter Jing Haipeng habe das Labor als erster betreten gefolgt von Chen Dong. Sie hätten „Grüße an alle Völker der Nation“ entsandt, hieß es.

Die beiden Männer sollen für 30 Tage im All bleiben, um Ausrüstung zu testen und medizinische Experimente vorzunehmen. Sie waren am Montagmorgen von der Satellitenstartrampe Jiuquan in der Wüste Gobi zu dem bislang längsten Weltraum-Aufenthalt in der Geschichte der chinesischen Raumfahrt gestartet. Jing, der bereits zwei Mal im All war, leitet die Mission und wird seinen 50. Geburtstag im Orbit feiern.

Das Raumlabor war im September ins All geschossen worden. Es kreist seitdem in einer Höhe von 393 Kilometern um die Erde. Tiangong-2 besteht aus zwei Kabinen: einem abgeriegelten Versuchslabor, das gleichzeitig als Büro und Schlafzimmer dient, und einem Lagerraum. Die Taikonauten sollen unter anderem ihre eigene Schwerelosigkeit testen, Reis anbauen und Atom-Weltraumuhren testen, die zur Verbesserung der Präzision per Laser gekühlt werden.

Um gegenüber den USA, der EU und Russland aufzuholen, steckt die Volksrepublik Milliarden in ihr Raumfahrtprojekt. Ziel ist es, bis zum Jahr 2022 eine eigene bemannte Raumstation aufzubauen, die aus mehreren Modulen bestehen soll. Sie soll ab 2018 im All montiert werden. Russland, das an der Internationalen Raumstation (ISS) beteiligt ist, strebt seinerseits bis 2023 eine eigene Raumstation an. China will überdies etwa im Jahr 2020 ein Raumschiff zum Mars schicken und einen Taikonauten zum Mond senden.

China hatte im Jahr 2003 erstmals einen Menschen ins All geschickt. 2013 kreiste dann im Rahmen der bemannten Mission Shenzhou-10 zwei Wochen lang ein Raumschiff um die Erde. Im Dezember 2013 schickte China als drittes Land nach den USA und der ehemaligen Sowjetunion eine Sonde auf den Mond: Die Raumsonde „Chang'e-3“ setzte den ferngesteuerten Rover „Yutu“ („Jadekaninchen“) auf dem Erdtrabanten ab.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
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Associated Press / Nachrichtenagentur
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