Computergesteuerte Herstellung
Die Digitale Fabrik nimmt Gestalt an

Ob im Flugzeugbau, in der Automobilindustrie oder bei den große Zulieferern – es ist eine Zukunftsvision, die die Herzen der Industriemanager höher schlagen lässt. In der Digitalen Fabrik steuern Computerprogramme alle Arbeitsschritte von Entwicklung bis zur Fertigung. Schon bald könnte die Vision Wirklichkeit werden.

DÜSSELDORF. „Die Digitale Fabrik wird Unternehmen in den nächsten Jahren massiv beschäftigen und zu einem entscheidenden Thema werden“, prognostiziert Engelbert Westkämper, Leiter des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb der Universität Stuttgart. Ein Trend, der nicht nur für weltweit operierende Konzerne gilt: Auch kleine und mittelgroße Unternehmen beschäftigt die Frage, wie sich sämtliche Prozesse von der Entwicklung bis zur Fertigung unter einer einheitlichen elektronischen Plattform abbilden lassen.

„Das Spektrum reicht von den Anlagenbauern bis zu Ingenieurbüros“, erläutert Olaf Brandt, Director Business Consulting beim Softwarehersteller UGS. Einstiegsprojekte für mittelständische Unternehmen könnten dabei auch einzelne Methoden der Digitalen Fabrik sein: „Sinnvoll ist etwa die Materialfluss-Simulation bei neuen Anlagen oder in Teilbereichen der Angebotsplanung“, sagt Brandt.

Derzeit ist die Digitale Fabrik allerdings in den meisten Fällen noch eher ein Flickenteppich als ein durchgängig steuer- und planbares Gebilde. Das liegt zum einen an der Komplexität der Systeme, zum anderen aber auch an den widersprüchlichen Ansätzen der Beteiligten.

„Das Teilen von unreifen Informationen ist hierzulande noch kein wirklich verbreiteter Ansatz“, sagt Matthias Kreimeyer vom Lehrstuhl für Produktentwicklung der Technischen Universität München. Das sei eines der zentralen Hindernisse bei der Einführung digitaler Planungsprozesse: „Ziele müssen formuliert und offengelegt werden, heute wird aber häufig noch in einzelnen Disziplinen gedacht, ohne deren Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Bereichen zu berücksichtigen.“

Die Software für die Digitale Fabrik hat bereits einen hohen Reifegrad erreicht, „nicht immer sind die Lösungen aber auf die Bedürfnisse in den Unternehmen abgestimmt“, sagt Kreimeyer. Realität in den Fabriken ist momentan die digitale Erfassung der Produktion und die Abbildung mit Methoden der virtuellen Realität. „Jetzt geht es etwa um die Einbeziehung einzelner Objekte wie Maschinen und Werkzeuge“, beschreibt Engelbert Westkämper die nächsten Schritte. Ein solches Vorgehen sei bislang an der hohen Komplexität gescheitert. Die ergibt sich zum einen aus der Vielzahl der einzelnen Objekte, die zu verwalten sind, aber auch aus der Anforderung, diese zeitnah abzubilden. „Erst jetzt hat man die Möglichkeiten der graphischen Datenverarbeitung und ausreichende Rechenleistung selbst auf Personal-Computern, um das realisieren zu können“, so Westkämper.

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