Computertechnik
Jagd nach Gammelfleisch und Salmonellen-Eiern

Gammelfleisch, Salmonelleneier oder verdorbene Tiefkühlkost – bei großer Hitze wie in diesen Tagen steigt die Gefahr, dass unappetitliche oder gar gesundheitsgefährdende Lebensmittel in den Handel kommen. Computertechnik soll dabei helfen, in solchen Fällen die Rückverfolgung von Nahrungsmitteln zu vereinfachen, Lücken in der Kühlkette und Verstöße gegen die Hygienvorschriften aufzudecken.

DÜSSELDORF. Ein europäisches Entwicklungskonsortium, an dem auch das Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) beteiligt ist, hat beispielsweise mit „Cold Trace“ ein automatisiertes System entwickelt, das bei Abweichungen von Normvorgaben wie der Temperatur entlang der Lieferkette Alarm schlägt. Automatisch werden Protokolle geliefert, die es einfach machen, Verstöße zu ahnden.

T-Systems Online ist mit einer Technik auf dem Markt, mit der der Weg von Eiern und anderer Frischware vom Futtermittelhersteller über den Legebetrieb bis hin zum Frühstückstisch lückenlos nachvollzogen werden kann. In das so genannte Service-Food-Safety (OS-FS)-System können sämtliche Unternehmen, die an der Herstellung oder dem Vertrieb der Lebensmittel beteiligt sind, Informationen über die Ware über das Internet eingeben. Diese werden dann zentral gespeichert, sagt Bernd Krakau, Executive Vice President Business Development & Marketing Communications bei T-Systems.

Werden beispielsweise Schadstoffe in Eiern gefunden, ließe sich auf einen Klick feststellen, welches Huhn welches Futter gefressen hat. „Im Schadensfall lassen sich ganze Chargen wie etwa eine Palette Eier innerhalb von wenigen Sekunden rückverfolgen“, sagt Krakau. Beteiligte Unternehmen könnten sofort auf Probleme mit der Ware hingewiesen und unbrauchbare Nahrungsmittel schnell zurückgerufen werden.

Die neue Technik kann darüber hinaus auch zur Kontrolle der Betriebe eingesetzt werden. Denn beim Datenabgleich fällt sofort auf, wenn Eier umdeklariert worden sind oder ein Landwirt deutlich mehr Eier liefert als er Tiere hat.

Die Lösung wird bereits beim Einzelhandelsriesen Metro eingesetzt. „Dieses schnelle, kostengünstige und flexible System wollen wir auch für andere Lebensmittel implementieren, um Informationen entlang der gesamten Lieferkette in Echtzeit zu dokumentieren und für unsere Kunden aufzubereiten“, sagt Gerd Wolfram, Geschäftsführer der MGI Metro Group. Denn genau dazu verpflichtet seit einem Jahr die Verordnung 178/2002 der Europäischen Kommission die Lebensmittelbranche.

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