Computertomografie
Gefahr durch Röntgenstrahlen unterschätzt

Gegen Röntgenstrahlung hilft nur eins: Blei. Während bei konventionellen Röntgenaufnahmen sensible Körperstellen mit eben diesem Material geschützt werden, wird die Strahlung in Computertomografen häufig unterschätzt – die Zahl der nicht notwendigen CTs ist besorgniserregend.

hsn DÜSSELDORF. In Deutschland gehen Ärzte zu sorglos mit Röntgenstrahlen um. Patienten müssten für eine medizinische Diagnose nicht immer gleich in den Computertomografen. Es gebe eine Vielzahl alternativer Verfahren ohne Strahlenbelastung wie das Ultraschall oder die Kernspintomographie auf die man ausweichen könnte. Dort wo die Röntgenstrahlung unverzichtbar sei, gebe es verbesserte Möglichkeiten der Informationsgewinnung und Methoden der Auswertung, die dazu beitragen können, die Strahlenexposition deutlich zu senken. Darauf wies Christoph Hoeschen, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinphysik am Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (Helmholtz-Gemeinschaft) GSF, in Bonn hin. Dadurch könne das Krebsrisiko für die Bevölkerung stark reduziert werden.

Hoeschen fordert eine ausreichende Information und Aufklärung der Öffentlichkeit. Das sei Voraussetzung dafür, dass Patienten auf den Einsatz moderner Verfahren drängen könnten.

Dass viele Ärzte die Strahlenbelastung durch die Computertomografie (CT) unterschätzen, belegt eine Studie des Instituts für Radiologie der Ruhr-Universität in den BG Kliniken Bergmannsheil. 119 Ärzte aus Chirurgie, Innerer Medizin, Anästhesie und Neurologie des Universitätsklinikums hatten sich an der Befragung beteiligt. 72 Prozent der Klinik-Ärzte (Nicht-Radiologen) unterschätzten die Strahlendosis der CT im Vergleich zur konventionellen Röntgenaufnahme. Weder Berufserfahrung, noch die Position oder Fachrichtung der Befragten machten einen Unterschied bei den Ergebnissen.

Die Folge sei ein unkritischer Einsatz des Verfahrens. „Es werden zu viele CT-Untersuchungen angemeldet, weil eine gewisse Sorglosigkeit bei den Zuweisern besteht“, sagt Christoph Heyer, der die Befragung durchführte. Medizinstudium und radiologische Fortbildungsmaßnahmen müssten Ärzte aller Fachrichtungen stärker für die Strahlenbelastung sensibilisieren und die Hemmschwelle, eine solche Untersuchung zu initiieren, anheben, empfehlen die Spezialisten.

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