Computertomographie
Diagnose mit weniger Röntgenstrahlen

Schutzkleidung aus Blei ist beim herkömmlichen Röntgen nicht umsonst unerlässlich – es ist bekannt, dass die Strahlung gefährlich ist. Auch im Computertomographen war die Belastung bisher extrem. Doch effizientere Methoden können in Zukunft die Patienten schützen.

BERLIN. Experten warnen vor einer steigenden Strahlenbelastung durch Röntgenuntersuchungen in Deutschland. Ursache sei vor allem der vermehrte Einsatz von Computertomographen, den so genannten CTs. Die Gerätehersteller haben daher speziell für die Diagnose von Krankheiten, bei denen der Patient häufiger ins CT muss, Technologien entwickelt, mit denen die Strahlenbelastung deutlich verringert werden kann.

Die Dosisreduktion sei ein wichtiger Konkurrenzfaktor unter den Herstellern geworden, sagt Gerold Krüger von der Marketing-Abteilung für CT-Geräte bei Philips Medical. Dem niederländischen Konzern ist gelungen, die Röntgendosis mit einem neuen Verfahren zur Herz-Untersuchung im Computertomographen um bis zu 80 Prozent zu senken. Der Trick: Die Röntgenquelle gibt Strahlung nur während der für die Untersuchung interessanten Herzphase ab. Das ermögliche Bilder hoher Qualität bei einer deutlich reduzierten Strahlenbelastung. Ab Ende des Jahres soll die „Step & Shoot“ genannten Methode weltweit vertrieben werden.

Auch Siemens Medical Solutions wirbt für sein Herz-CT mit kompromissloser Bildqualität bei halbierter Strahlendosis. Das vergangenes Jahr auf den Markt gebrachtes CT-Gerät Somatom Definition verfügt über zwei Röntgenquellen, die um 90 Grad versetzt um den Patienten rotieren und das benötigte Zeitfenster für eine Aufnahme verkürzen. So reicht nach Aussage des Unternehmens eine einzige Aufnahme auch bei höheren Herzfrequenzen, wo andere Geräte die Herz-Bilder aus mehreren Einzelaufnahmen zusammensetzen – unter entsprechender Steigerung der Strahlendosis.

Christoph Hoeschen, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinphysik des Instituts für Strahlenschutz am Münchner GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit bleibt trotz der Bemühungen der Hersteller skeptisch. Seiner Erfahrung nach versuchen die Unternehmen hauptsächlich, sich mit brillanten und detailreichen Aufnahmen zu übertrumpfen – auch dort, wo Auflösung und Informationsgehalt weit über den klinischen Nutzen hinausgehen.

Auch was die Effizienz mancher Technologie zur Strahlenreduktion angeht, ist der Experte für Medizinphysik misstrauisch. Die „Step & Shoot“-Technologie von Philips könne zwar tatsächlich zu einer geringeren Strahlenexposition beitragen, das neue Siemens-Gerät führe jedoch in den meisten Fällen zu keiner wesentlichen Dosiseinsparung, so der Strahlenexperte.

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