Countdown verläuft planmäßig
Nasa macht „Discovery“ startklar

Der Countdown für den Start der Raumfähre „Discovery“ mit dem deutschen Astronauten Thomas Reiter verläuft weiter planmäßig.

HB CAPE CANEVERAL. Auf dem Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida begann die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Samstagmorgen (Ortszeit) mit dem Betanken. In den 47 Meter hohen Außentank werden über einen Zeitraum von drei Stunden rund zwei Millionen Liter flüssigen Sauer- und Wasserstoffs gefüllt.

Die siebenköpfige Crew musste bereits zeitig um 5.15 Uhr Ortszeit (11.15 Uhr MESZ) aufstehen. Der Start des Spaceshuttles ist weiterhin um 15.48 Uhr Ortszeit (21.48 Uhr MESZ) vorgesehen. Nach Angaben der Nasa gab es am Morgen nicht die befürchteten Probleme mit dem Wetter, letzte Unsicherheiten blieben aber. Nasa-Wetterexperten sagten, die Chancen für den planmäßigen Start stünden 60:40. Sollten Unwetter die Nasa zu einer Verschiebung zwingen, wäre ein Start auch noch am Sonntag oder Dienstag möglich.

Es wäre erst der zweite Raumfährenstart seit dem „Columbia“-Absturz im Februar 2003. Die „Discovery“ flog im Juli vergangenen Jahres zum ersten und letzten Mal seit dieser Katastrophe ins All. Dabei stellte sich heraus, dass das Problem mit den Kacheln des Hitzeschilds noch nicht gelöst war und dass weiterhin beim Start Isolierschaum vom Tank abbricht.

Deutscher mit an Bord

An Bord der Raumfähre ist dieses Mal auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter. Er soll als erster Vertreter der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) fast sechs Monate in der Internationalen Weltraumstation (ISS) verbringen. Wenn alles planmäßig verläuft, wird die „Discovery“ am Montag an der ISS andocken.

Der 48-jährige Reiter soll bis Dezember an Bord der Raumstation bleiben und verschiedene wissenschaftliche Experimente durchführen. Auf dem Programm des ESA-Astronauten, der bereits in der russischen Raumstation „Mir“ eine Langzeitmission durchführte, steht zudem ein Einsatz im Weltraum. Mit der Ankunft Reiters soll die Besatzung der ISS wieder dauerhaft auf drei Astronauten aufgestockt werden. Wegen des Ausfalls der Shuttle-Flüge nach der „Columbia“-Katastrophe war sie auf zwei Personen verkleinert worden.

Nasa-Chef Michael Griffin hatte den Start gegen Widerstand in seiner Behörde durchgesetzt. Gegen den Start zum jetzigen Zeitpunkt waren unter anderem der Sicherheitsverantwortliche Bryan O'Connor und Chefingenieur Christopher Scolese. Sie wollten Änderungen in 34 verschiedenen Punkten, bevor die 25 Jahre alte Raumfähre starten sollte.

Der „Discovery“-Flug gilt als entscheidend für das Shuttle-Programm. Sollte es ernste Probleme geben, könnte es das Ende für die gesamte Flotte bedeuten. Insgesamt soll der jetzige Einsatz der „Discovery“ bis zu 13 Tage dauern. Wenn alles glatt geht, sind zwei weitere Starts in diesem Jahr und auf lange Sicht die Fertigstellung der ISS geplant. Ein Ende des Shuttle-Programms könnte dieses Vorhaben gefährden. Reiter soll für sechs bis sieben Monate als Vertreter der europäischen Weltraumagentur ESA an Bord der Station bleiben.

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