Forschung + Innovation
Creme gegen „hellen“ Hautkrebs zugelassen

Erstmals in Deutschland ist eine Behandlung des „hellen“ Hautkrebses ausschließlich mit einer Creme zugelassen worden. Damit übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die neue Therapiemethode.

dpa NEUSS. Erstmals in Deutschland ist eine Behandlung des „hellen“ Hautkrebses ausschließlich mit einer Creme zugelassen worden. Damit übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die neue Therapiemethode.

Die Creme bekämpfe mit dem oberflächlichen Basalzellkrebs den mit etwa 70 000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland häufigsten Hauttumor, berichteten die Medizinprofessoren Eggert Stockfleth (Charité Berlin) und Enno Christophers (Universität Kiel) am Donnerstag in Neuss. Der Wirkstoff Imiquimod aktiviere das Immunsystem, die Heilungsrate liege Studien zufolge zwischen 84 und 90 Prozent.

Die Creme-Therapie könne in den meisten Fällen eine operative Entfernung der Tumore ersetzen und hinterlasse keine Narben. Der „helle“ Hautkrebs ist weniger gefährlich als der metastasierende „schwarze“ Tumor, aber zehn Mal so häufig. Der Wirkstoff war bislang bereits zur Behandlung von Genitalwarzen eingesetzt worden. Die nun erfolgte Zulassung für Hautkrebs gilt für die gesamte Europäische Union. Eine Behandlung koste etwa 90 Euro.

Die Rückfallquote sei nach einem Jahr mit vier bis fünf Prozent etwa so hoch wie bei der operativen Therapie. Langzeitergebnisse lägen noch nicht vor. Imiquimod ist ein so genannter Immune Response Modifier (IRM), der das geschwächte körpereigene Immunsystem gegen Krebszellen reaktivieren kann. Die betroffene Hautfläche werde bei einer Therapie fünf Mal pro Woche über Nacht eingecremt. Die Therapie mit dem Präparat Aldara dauere sechs Wochen.

Unbehandelt wachse der oberflächliche Basalzellkrebs ins Gewebe und zerstört die darunter liegenden Strukturen. Der „helle“ Hautkrebs habe jährliche Steigerungsraten von drei bis sechs Prozent und trete vor allem im Alter auf. Hauptursache seien zu viel UV-Strahlen durch die Sonne. Jeder zweite Deutsche über 60 Jahren sei Schätzungen zufolge inzwischen davon betroffen.

Bereits im vergangenen Jahr war eine Creme namens Metvix gegen hellen Hautkrebs zugelassen worden, bei der die Haut aber zusätzlich mit Rotlicht bestrahlt werden muss. In einer chemischen Reaktion werden Sauerstoffradikale freigesetzt, die die Tumorzellen abtöten.

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