Cryosat-Mission
Esa erwägt Nachbau des Polarsatelliten

Nach dem Absturz des Polarsatelliten Cryosat will die europäische Raumfahrtagentur Esa die Mission doch noch retten. „Wir diskutieren derzeit auf höchster Ebene, einen Cryosat II zu bauen“, sagte Missionsexperte Mike Rast von der Esa im niederländischen Noordwijk: „Der Wille in der Esa ist da.“

HB NOORDWIJK. Rast sagte, die notwendigen Mittel für den Bau eines zweiten Satelliten ließen sich möglicherweise durch Umschichtungen beschaffen. Die Entscheidung liege nun bei den Forschungsministerien jener 14 europäischen Staaten, die an Cryosat beteiligt sind. Der Missionsexperte betonte die Bedeutung der Mission für die globale Klimaforschung: „Die Welt braucht diese Messungen dringend.“ Die Daten, die Cryosat II liefern könnte, seien unersetzlich für die Verbesserung der aktuellen Klimamodelle.

Das Budget der Cryosat-Mission belief sich auf 136 Mill. Euro, davon rund 70 Mill. Euro für Entwicklung und Bau des Satelliten, hieß es in Esa-Kreisen. Deutschland ist nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit rund 30 Mill. Euro an der Finanzierung beteiligt. Der Bau eines baugleichen zweiten Satelliten werde aber erheblich billiger, da die Planungs- und Entwicklungskosten nicht noch einmal anfielen, hieß es.

Cryosat sollte die Erde drei Jahre lang aus einer Höhe von 717 Kilometern umkreisen und dabei die Veränderung der polaren Eismassen beobachten. Der Satellit war mit einem speziellen Radarsystem ausgerüstet, das es erlaubt hätte, das Volumen der Polkappen erstmals zentimetergenau zu erfassen. „Zahlreiche Forscher warten auf diese Daten“, betonte ein Sprecher des Esa-Raumkontrollzentrums in Darmstadt.

Der 700 Kilogramm schwere Satellit war am Samstagabend nördlich von Grönland ins Eismeer gestürzt, weil die russische Trägerrakete versagte. Nach ersten Ermittlungen war für den Fehlschlag wahrscheinlich ein Programmfehler im Flugkontrollsystem der Rakete vom Typ Rockot verantwortlich.

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