Darwin-Jahr
Alles nur Zufall

Charles Darwin wird in diesem Jahr gefeiert – am 12. Februar ist sein 200. Geburtstag. Seine Evolutionstheorie hat unser Weltbild geprägt. Zum Darwinjahr erscheinen zahllose Bücher – wir stellen die besten vor.
  • 0

Als Charles Darwin 1831 mit dem Vermessungsschiff "Beagle" aufbrach, konnte niemand ahnen, dass der 22-jährige Brite auf seiner Weltreise Beweise für eine Theorie finden würde, von der er selbst zu Beginn nur eine vage Ahnung hatte. Die Evolutionstheorie vom gemeinsamen Ursprung der Arten und den Ausleseprinzipien Selektion und Variabilität veränderte unser Weltbild grundlegend. Das Darwinjahr mit seinen zwei Jubiläen - dem 200. Geburtstag am 12. Februar und dem 150. Jahrestag seines Opus magnum "Die Entstehung der Arten" im November - hat eine Feierorgie rund um den Globus ausgelöst .

Vom Dinosaurierforscher bis zum Wissenschaftshistoriker glaubt heute jeder etwas zu dem Spross einer wohlsituierten Medizinerfamilie aus dem mittelenglischen Shrewsbury sagen zu können, der fünf Jahre lang um die Welt fuhr und dann zum wissenschaftlichen Stubenhocker wurde. Über 20 Jahre lang feilte Darwin an seiner Theorie, bevor er sie veröffentlichte.

www.darwin-jahr.de

Physiker und Psychologen setzen sich mit dem berühmten Biologen ebenso auseinander wie Kulturwissenschaftler und Kreationisten, die erbitterten Darwin-Gegner. Seine Erfolgsgeschichte ist eine Fundgrube für Bildungsforscher, die zeigen können, wie aus dem gescheiterten Medizin- und mäßigen Theologiestudenten ein großer Wissenschaftler wurde. Wirtschaftsforscher können sich in der Finanzkrise überlegen, ob das biologistische Weltbild Darwins nicht allzu leichtfertig auf die Wirtschaft übertragen wurde.

Aus der Fülle der Neuerscheinungen zum Jubiläum ragen drei Bücher, die das Revolutionäre von Darwins Theorie lebendig werden lassen. Den Evolutionswissenschaftler Richard Dawkins hat Darwin zu einer gewagten, geistigen Zeitreise auf der Suche nach den Ursprüngen des Lebens inspiriert. Den Wissenschaftsjournalisten Jürgen Neffe brachte er dazu, die Fahrt der "Beagle" 175 Jahre später zu wiederholen. Und die beiden Wissenschaftler Sabine Paul und Thomas Junker versuchen in ihrem "Darwin-Code" zu zeigen, wie die Evolution unser Leben heute erklärt.

Wer nur ein einziges fundiertes Buch über Darwin lesen will, ist bei dem Evolutionsbiologen und Religionsskeptiker Richard Dawkins und seinen "Geschichten vom Ursprung des Lebens" gut aufgehoben. Allerdings: Das rudimentäre Wissen aus dem Biologie-Grundkurs beim Abitur reicht oft nicht aus, um dem britischen Forscher folgen zu können, der in seinem 900-Seiten-Werk eine Quintessenz seiner Arbeit vorlegt.

Seite 1:

Alles nur Zufall

Seite 2:

Kommentare zu " Darwin-Jahr: Alles nur Zufall"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%