Das kleine Münchener Unternehmen F 24 rüstet große Konzerne für den Nottfall aus
Telefonsystem alarmiert Mitarbeiter

Dank eines ausgeklügelten Telefonsystems der kleinen Münchener Firma F 24 dauerte es bei der Notlandung eines Flugzeugs der Austrian Airlines nur einige Minuten, bis der gesamte Krisenstab des Carriers informiert war.

MÜNCHEN. Viele Mitarbeiter von Austrian Airlines hatten sich in diesem Jahr den 5. Januar, einen Brückentag vor dem Feiertag Heilige Drei Könige, frei genommen. So blieben in der Wiener Zentrale der Fluggesellschaft viele Büros leer. Kurz vor halb neun am Morgen klingelten allerdings bei zahlreichen Managern zeitgleich Telefone und Handys. Der Alarmplan der Airline war ausgelöst worden, weil wenige Minuten zuvor auf einem Feld in der Nähe des Münchener Flughafens eine Maschine des Typs Fokker 70 von Austrian Airlines notlanden musste.

„Das hat ausgezeichnet geklappt, und wir können das System anderen Airlines nur empfehlen“, sagt Peter Hödl, bei Austrian Airlines zuständig für die Notfallplanung. Obwohl F 24 erst vor vier Jahren gegründet wurde, vertrauen bereits rund 100 große Konzerne dem Notfall-Alarmierungsservice Fact 24 des Unternehmens.

Das System ist nicht sonderlich kompliziert. Firmen hinterlegen und pflegen ihre Alarm- und Konferenzpläne auf den Rechnern von F 24. Wenn dann ein Unfall passiert, ein Werk in Brand gerät oder eine Bombe explodiert, muss der Mitarbeiter vor Ort nur noch eine Nummer auf seinem Telefon wählen, und schon wird der Plan umgesetzt.

Über 240 parallele Telefonleitungen werden sämtliche Beteiligten angerufen. Je nach gewähltem Szenario werden die Leute zu einer Telefonkonferenz zusammengeschaltet oder per Telefon, Handy, Fax, Pager oder SMS benachrichtigt. Abhängig von der Art des Zwischenfalls hören sie unterschiedliche Ansagen. Wenn ein Teilnehmer nicht erreichbar ist, wird automatisch der Stellvertreter benachrichtigt. Zudem erstellt das System regelmäßig von sich aus Alarmberichte.

Angesichts der vielen potenziellen Bedrohungen in diesen Tagen kann sich F 24 über Interesse aus der Industrie nicht beklagen. „Das Bewusstsein hat sich in letzter Zeit verändert“, sagt Geschäftsführer und Firmengründer Ralf Meister. „Viele Firmen erkennen, dass sie mit solchen Themen nicht vertraut sind und ihnen die nötigen Strukturen fehlen. Zudem wird immer klarer, dass nicht nur intern etwas passieren kann, sondern auch Gefahren von außen drohen.“ Das heißt: Die Firmen fürchten nicht mehr nur Unfälle, sondern auch Terror-Attacken oder Erpressungen.

Dennoch tun sich die Unternehmen oft schwer damit, sich für Fact 24 zu entscheiden. Das Angebot koste die meisten Firmen zwar nicht mehr als 500 Euro im Monat, versichert Meister. Doch weil die Daten und die Software komplett auf den Rechnern von F 24 liegen, seien viele Kunden zunächst skeptisch. „Wer gibt schon gerne die Privatnummer seines Vorstandschefs heraus“, sagt Meister.

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