Datenaustausch im Unternehmen
Software sorgt für Durchblick im Betrieb

Informationen aus Büros und aus den Werkshallen – bislang sind das zwei getrennte technische Welten: Die Software zur Unternehmenssteuerung ist fest in der Hand von wenigen großen Anbietern wie SAP. In den Maschinenparks der Werkshallen herrscht dagegen oft ein buntes Wirrwarr. Neue Softwarelösungen schaffen hier Abhilfe.

HAMBURG. Zwischen zehn und 50 Softwarelösungen kommen in jedem Werk zum Einsatz, beispielsweise zur Produktionsplanung, zur Steuerung der Maschinen oder um Informationen zur Instandhaltung der Maschinen zu sammeln. Diese heterogene Informationswelt der Produktion ist nur im Ausnahmefall direkt mit Geschäftsanwendungen wie etwa ERP-Systemen verknüpft. Laut einer Studie der US-Unternehmen AMR Research und Managing Automation hat lediglich ein Prozent aller Software-Hersteller die Integration zwischen ERP- und Echtzeit-Fertigungssystem automatisiert. Meist werden die Daten noch manuell von den ERP- in die Prozessleitsysteme übertragen.

Eine Innovation mit Zukunftspotenzial ist die Standardisierung des Austausches dieser Daten. Denn bislang klafft in der Mitte der Informationskette zwischen dem digital verbuchten Auftragseingang und der Steuerung der Lieferkette und dem dokumentierten Ausliefern der Ware eine Lücke. „Die Produktion ist ein schwarzes Loch“, sagt Steffen Himstedt, Mitgründer des Softwareunternehmens Trebing & Himstedt Prozessautomation in Schwerin. „Ein Auftrag geht rein und irgendwann kommt aus der Werkshalle etwas raus.“

Je nach Branche existiere in den Produktionsunternehmen zwischen der Erteilung des Produktionsauftrags im ERP-System und der Bestandsbuchung im Lager ein Informationsdefizit von 30 bis 90 Tagen.

In Zeiten von Lean Production und extrem reduzierten Lagerbeständen kann dieses schwarze Loch für Probleme sorgen, wenn etwa unerwartete Anlagenprobleme bei einem Zulieferer dafür sorgen, dass auch beim belieferten Hersteller die Produktion ins Stocken kommt. „Die Echtzeitdaten aus den Anlagen stehen bislang nur in wenigen Unternehmen in den Planungssystemen zur Verfügung“, sagt Jakov Cavar, Berater bei Pierre Audoin Consultants (PAC) in München. Weder das Management noch die Produktionsverantwortlichen wissen deshalb bei Störungen im Detail, in welcher Phase sich die Produktion befindet. „Man kann erst wieder eingreifen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist“, sagt Himstedt.

Business-Softwareanbieter arbeiten nun mit Feuereifer daran, die Lücke zwischen diesen beiden Welten zu schließen – für sie ist die Verquickung von Administration und Produktion eines der wenigen verbleibenden Wachstumsfelder. Sowohl SAP mit Produkten etwa für die Bestandshaltung und die Finanzabrechnung findet wegen der Sättigung des Marktes nur noch schwer neue Kunden, ebenso wie Anbieter von reinen Fertigungslösungen wie Infor Business Solutions. Die Software-Hersteller bauen daher aus zwei Richtungen Brücken, um die bislang getrennten Welten zu verbinden.

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