Denkmäler
Unesco: Galápagos-Inseln gefährdet

Alarm für die einzigartigen Galàpagos-Inseln im Pazifik vor Südamerika: Die Unesco hat den Archipel am Dienstag auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gesetzt.

dpa CHRISTCHURCH. Alarm für die einzigartigen Galàpagos-Inseln im Pazifik vor Südamerika: Die Unesco hat den Archipel am Dienstag auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gesetzt.

Die UN- Organisation für Erziehung und Kultur fürchtet wegen des Touristenansturms um die einzigartige Flora und Fauna der 19 Inseln etwa 1 000 Kilometer vor der Küste Ecuadors. Unterdessen musste Heidelberg weiter um eine Aufnahme in die Unesco-Liste der Welterbe- Stätten bangen. Heidelberg müsse sein Dossier noch einmal überarbeiten, um den „außergewöhnlichen Wert“ der Stadt deutlicher herauszustellen, hieß es am Dienstag aus Teilnehmerkreisen der Tagung des Welterbe-Komitess der Unesco in Christchurch in Neuseeland. Die Entscheidung sollte am Mittwoch oder Donnerstag fallen.

Mit dem Beschluss für die Galàpagos-Inseln solle die Weltöffentlichkeit alarmiert und Unterstützung für Schutzmaßnahmen mobilisiert werden. Die Inseln erlangten Berühmtheit durch Charles Darwin, der sie 1 835 besuchte und dort wichtige Erkenntnisse für seine Abstammungslehre gewann. Sie waren auch die erste Region, die die Unesco 1978 auf ihre Welterbe-Liste setzte. „Die Galápagosinseln (...) gelten als einzigartiges lebendes Museum und als Schaukasten der Evolution“, erläuterte das Welterbe-Komitee die Bedeutung. Die Welterbe-Liste soll einzigartige Landschaften und Bauwerke würdigen und einen entsprechenden Schutz ermöglichen. Heute sind 830 Stätten auf der Liste, darunter 32 in Deutschland, wie der Aachener Dom und der Essener Industriekomplex Zeche Zollverein.

Nach Unesco-Angaben bleiben die Kreuzfahrtschiffe, die die Touristen bringen, heute mehr als doppelt so lange bei den Inseln wie noch vor 15 Jahren. Dadurch sei der Verkehr zwischen den Inseln gestiegen und mehr Menschen seien auf den Archipel gezogen, um die Touristen zu bedienen. Einer Volkszählung vom Juni zufolge leben dort 19 184 Menschen legal. Dazu kämen noch mehr als 5 000 illegale Siedler.

Ecuador, zu dem die Inseln gehören, hatte die Galápagos schon im April zu einem ökologisch bedrohten Gebiet erklärt, um den Flugverkehr, den Tourismus und den Zuzug beschränken zu können. Der Unesco-Warnung erteilte Präsident Rafael Correa schon damals eine Absage. Sein Land brauche keine „Studien internationaler Institutionen“, um seiner Verantwortung für die Bewahrung der Inseln nachzukommen, betonte der Staatschef.

Auch der Niokolo-Koba-National Park im Senegal kam am Dienstag auf die Unesco-Liste der gefährdeten Stätten. Er gilt seit 1981 als Welterbe. Bedroht werde das Gelände am Gambia-Fluss, auf dem Elefanten, Löwen und Leoparden leben, durch einen geplanten Staudamm und durch Wilderer, befand das Welterbe-Komitee.

Heidelberg bliebe im Falle einer Rückstellung auf der Vorschlagsliste und hätte im kommenden Jahr eine neue Chance, aufgenommen zu werden. Der Antrag war bereits 2005 gescheitert. Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) zeigte sich am Dienstag optimistisch. Er hoffe auf ein klares Votum: „Die Zeit ist reif dafür.“ Baubürgermeister Raban von der Malsburg (CDU) empfahl jedoch, bei einer Ablehnung „die Klappe zuzumachen und sich mit dem Thema nicht weiter zu beschäftigen“. Nach Heidelberg kämen jährlich mehr als vier Mill. Touristen. Diese Zahl „wird durch den Welterbetitel nicht weiter steigen“, sagte er in Swr2.

Bereits auf der Liste ist das Dresdner Elbtal, dem wegen des umstrittenen Baus einer vierspurigen Brücke aber die Streichung droht. Das Komitee setzte am Montag eine Frist bis zum 1. Oktober, in der eine Alternative zu der geplanten Brücke vorgelegt werden soll. Andernfalls würde das Elbtal von der Liste gestrichen - ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Unesco.

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