Forschung + Innovation
Depression verdoppelt Infarktrisiko

Depressionen verdoppeln nach neuesten Erkenntnissen das Risko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

dpa MANNHEIM. Depressionen verdoppeln nach neuesten Erkenntnissen das Risko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Experten forderten deshalb auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim, dass Depressionen zu den Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte gerechnet werden.

Es bestünden stärkere Zusammenhänge zwischen Herz und Seele als bislang vermutet. Zwar seien die Ursachen für das erhöhte Risiko durch Depressionen im Detail noch nicht geklärt, hieß es in einer Mitteilung der Gesellschaft für Kardiologie. Untersuchungen an der Mannheimer Uniklinik hätten aber ergeben, dass depressive Patienten öfter einen erhöhten Blutzucker-Spiegel haben. 58 Prozent aller Patienten, die wegen einer koronaren Herzkrankheiten behandelt werden, leiden unter Diabetes oder haben eine gestörte Glukose-Toleranz. „Die depressionsbedingte Zunahme des Risikos ist vergleichbar der durch andere, klassische Risikofaktoren bedingten Gefährdung“, erklärte der Mannheimer Herzspezialist Florian Lederbogen.

Auf der Tagung setzten sich die Herzspezialisten auch mit der Verabreichung von Präparaten der Substanz-Gruppe der Coxibe auseinander, zu der das vom Markt genommene Schmerzmittel „Vioxx“ gehört. Die Experten waren sich einig, dass diese Mittel bei Hochrisiko-Patienten für kardiovaskuläre Erkrankungen nicht zu vertreten seien. Sie müsse aber nicht allen Patienten vorenthalten werden. „Wir müssen Risikogruppen herausfiltern, dann ist ein sichere Anwendung dieser Substanzen möglich“, sagte Kai Brune, Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität Erlangen.

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