Der Countdown läuft
Amerika kehrt zur bemannten Raumfahrt zurück

Mehr als zweieinhalb Jahre nach der "Columbia"-Tragödie, bei der alle sieben Astronauten ums Leben kamen, startet am 13. Juli um 21.51 Uhr (MESZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida erstmals wieder ein Spaceshuttle mit sieben Astronauten an Bord. Mit dem Start der Raumfähre "Discovery" steht nicht nur das Prestige der US-Raumfahrtbehörde NASA auf dem Spiel, sondern auch die Zukunft des bemannten Raumfahrtprogramms der USA.

HB WASHINGTON. Vom Erfolg des zwölftägigen Weltraumeinsatzes hängt etwa ab, ob im September der deutsche Astronaut Thomas Reiter zur Internationalen Raumstation ISS fliegen und dort als erster Europäer einen Langzeitaufenthalt absolvieren wird. Zudem steht und fällt mit einem Erfolg auch der weitere Ausbau der ISS, der längst überfällige Einbau des europäischen Raumlabors "Columbus" und das weitere Schicksal des alternden und von technischen Macken befallenen Weltraumteleskops "Hubble".

Nur wenn die Mission der Discovery gut geht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit eine Reparatur-Crew ins Weltall aufbrechen, um "Hubble" wieder flott zu machen. So müssten etwa die Gyroskope und die Batterie erneuert werden, damit "Hubble" 600 Kilometer über der Erde Kurs hält. Geschieht dies nicht, wird das 15 Jahre alte Teleskop nach NASA-Angaben irgendwann ab 2007 das letzte Signal zur Erde senden.

Eigentlich wollte die NASA bereits im Vorjahr zur bemannten Raumfahrt zurückkehren, aber die Umsetzung der 29 Empfehlungen und Sicherheitsauflagen einer unabhängigen Kommission erwies sich weitaus schwieriger als erwartet.

Bis zuletzt machten den NASA-Technikern vor allem Eis- oder Isolierschaumstücke zu schaffen, die beim Start vom Außentank abbrechen und die "Discovery" beschädigen könnten. Ein solches Stück, das das auch "Columbia"-Unglück vom 1. Februar 2003 ausgelöst hatte, gibt es nach den Worten von NASA-Chef Michael Griffin am neuen Außentank nun aber nicht mehr. Nach einem Dutzend technischer Veränderungen und dem Einbau einer zusätzlichen Heizung ist die Discovery nun "das sicherste Fahrzeug, das wir jemals gestartet haben", sagte NASA-Sprecher Jeff Spaulding. Allerdings wurden drei der fünfzehn Sicherheitsempfehlungen noch nicht vollständig umgesetzt.

Unter der siebenköpfigen Besatzung ist die Anspannung allerdings groß: "Es bleibt eine gefährliche Angelegenheit, deshalb hegen wir Bedenken", sagte etwa Astronaut John Phillips. Nach derAls Konsequenz

Sollte dennoch ein lebensbedrohlicher Defekt die Rückkehr der "Discovery" zur Erde verhindern, dann müssten die sieben Astronauten an Bord der ISS warten, bis sie später von der Raumfähre "Atlantis" sicher nach Hause gebracht werden können.

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