Der Flugzeugbauer will die 747 modernisieren und im Marktsegment unterhalb des Airbus-Riesen A380 positionieren
Boeing plant Frischzellenkur für Jumbo

Gute Noten bei Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz sind aus Sicht der Airlines längst die entscheidenden Kaufargumente. 35 Jahre nach ihrem Erstflug ist die Boeing 747 in diesen Bereichen kaum mehr wettbewerbsfähig: Die Triebwerke sind zu durstig, der Lärmpegel zu hoch, die Flugsteuerungssysteme gemessen am heutigen Stand der Technik antiquiert. Eine Boeing-Studie namens „747-Advanced“, die derzeit mit diversen Airline-Kunden besprochen wird, sieht daher eine Frischzellenkur für den Jumbo vor.

DÜSSELDORF. Der Jumbo-Jet ist erfolgreich und legendär – aber in die Jahre gekommen: 35 lange Jahre ist es her, dass sich Boeing im Bereich der Großraumflugzeuge eine lukrative Monopolstellung sicherte. Doch für die gute alte 747 gilt, was zurzeit dem gesamten Konzern Sorge bereitet: Die goldenen Jahre des US-Flugzeugbauers sind vorbei.

Der europäische Erzrivale Airbus hat 2003 zum ersten Mal in seiner Geschichte mehr Flugzeuge ausgeliefert als der jahrelang unangefochtene Marktführer aus den USA. An dieser neuen Hackordnung wird sich nach Meinung vieler Branchenexperten auf absehbare Zeit auch nichts ändern: „Am oberen Ende der Produktpalette ist Airbus wesentlich besser aufgestellt“, sagt Nils Machemehl, Luftfahrt-Analyst der Privatbank M.M Warburg.

Das liegt nicht zuletzt am bevorstehenden Karriereende des Jumbo-Jets, dem Airbus ab 2006 ein weit größeres Verkehrsflugzeug vor die Nase setzen wird. Die Wachablösung im oberen Segment der Jet-Giganten lässt sich an den jüngsten Auftragseingängen der beiden Flugzeugbauer ablesen: Während Boeing im Vorjahr gerade noch vier Bestellungen für die 747 erhielt, sammelte Airbus für seine doppelstöckige A380 weitere 34 Aufträge ein. Insgesamt wurde der neue Riesenvogel bereits 129 Mal bestellt.

Die renommiertesten Airlines der Welt honorieren offenbar, dass die Europäer 10,7 Milliarden $ in die komplette Neuentwicklung eines Jets investiert haben, der in Sachen Flugbetrieb und Passagierkomfort neue Maßstäbe setzen soll. Weil je nach Ausstattung zwischen 555 und 850 Passagiere in den voluminösen Flugzeugrumpf der A380 passen, verringert sich die für Airlines so wichtige Kennziffer der „Seat Mile Costs“ entscheidend – vorausgesetzt, der Riesen-Jet kann entsprechend ausgelastet werden. Gegenüber einer Boeing 747 sollen die Betriebskosten um bis zu 20 % sinken.

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