Forschung + Innovation
Der Sternenhimmel im Juni: Venus und Jupiter glänzen

In der nun spät hereinbrechenden Abenddämmerung leuchten als erstes zwei helle Planeten auf: Tief am Nordwesthimmel strahlt Venus, der innere Nachbarplanet der Erde. Hoch im Süden ist der helle Jupiter zu sehen.

dpa HAMBURG. In der nun spät hereinbrechenden Abenddämmerung leuchten als erstes zwei helle Planeten auf: Tief am Nordwesthimmel strahlt Venus, der innere Nachbarplanet der Erde. Hoch im Süden ist der helle Jupiter zu sehen.

Beide senden ein weißes Licht aus. Es handelt sich um Sonnenlicht, das an den dichten Wolkenhüllen beider Planeten reflektiert wird. Venus verabschiedet sich aber bald von der Himmelsbühne und wird kurz nach 22.30 Uhr in den dichten Dunstschichten am Horizont unsichtbar. Jupiter hingegen ist die gesamte erste Nachthälfte am Firmament vertreten.

Saturn kann noch am Abendhimmel erspäht werden. Gegen Monatsende zieht sich der Ringplanet von der Himmelsbühne zurück. Der flinke Merkur macht sich um den 24. knapp über dem Nordwesthorizont bemerkbar. Vom 23. bis 28. sind die drei Planeten Venus, Merkur und Saturn nahe beieinander zu sehen, wobei es recht reizvoll ist, ihre wechselseitigen Positionsveränderungen von Tag zu Tag zu verfolgen. Während Venus als auffällig heller Lichtpunkt gut sichtbar ist, empfiehlt sich ein Fernglas, um Merkur und Saturn zu erkennen.

In der zweiten Nachthälfte taucht Mars auf. Seine Helligkeit steigt im Laufe des Juni merkbar an. Der Rote Planet wird zum hellsten Gestirn am nächtlichen Morgenhimmel - vom Mond abgesehen natürlich. Ein netter Himmelsanblick ergibt sich am 29. morgens, wenn der abnehmende Halbmond nördlich an Mars vorbeizieht.

Mitte Juni steht Pluto der Sonne am irdischen Firmament genau gegenüber, der Astronom spricht von Oppositionsstellung. Pluto ist der sonnenfernste und mit 2 300 Kilometer Durchmesser auch der kleinste Planet. Er ist nur mit großen Teleskopen zu beobachten. Pluto besitzt einen Mond, der 1978 aufgespürt und Charon getauft wurde. Charon ist mit 1 200 Kilometer Durchmesser im Verhältnis zu Pluto sehr groß, weshalb man auch von einem Doppelplanet spricht. Pluto und Charon umkreisen einander in sechs Tagen und neun Stunden.

Zur Opposition am 14. trennen uns 4 482 Mill. Kilometer von Pluto, das entspricht der dreißigfachen Distanz Erde-Sonne. Von Pluto aus betrachtet erschiene unsere Sonne nur als sehr heller Stern aber nicht als Scheibe, wie wir es von der Erde her gewohnt sind.

Pluto ist der einzige Planet, der noch von keiner irdischen Raumsonde besucht wurde. Die Nasa plant aber, im kommenden Jahr eine Raumsonde zu entsenden, die im Jahre 2015 Pluto und Charon in den eisigen Bezirken des Sonnensystems passieren soll. Auf Pluto und Charon wird es nie wärmer als -220 Grad Celsius.

Hoch im Nordwesten findet man am abendlichen Fixsternhimmel auf Anhieb die sieben Sterne des Großen Wagens. Die alten Römer nannten diese Sterne Septemtriones, was so viel wie „die sieben Dreschochsen“ heißt. Denn die sieben Wagensterne wandern im Laufe der Nacht um den Polarstern wie weiland die Ochsen um den Göpel, wenn sie das Korn aus den Ähren traten.

Die Deichsel des Großen Wagens deutet wie ein Zeigefinger auf einen hellen, orange-roten Stern, der Arktur heißt. Arktur bedeutet so viel wie Bärenhüter. Er zählt zu den zehn hellsten Fixsternen des irdischen Himmels. Arktur ist der Hauptstern im Bootes, dem Rinderhirten. Der Bootes hütet die sieben Dreschochsen.

Das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler nimmt nun den Osthimmel ein. Tief im Süden funkelt ein heller, rötlicher Stern, nämlich Antares im Sternbild Skorpion, das relativ leicht zu erkennen ist.

Am 6. tritt um 23.55 Uhr die Neumondphase ein. Vollmond wird am 22. um 6.14 Uhr erreicht. Die Nacht vom 21. auf 22. ist die kürzeste Vollmondnacht dieses Jahres. In Erdferne befindet sich der Mond am 11. mit 405 500 Kilometer Distanz. Am 23. kommt er bis auf 359 670 Kilometer an die Erde heran.

Die Sonne erklimmt am 21. Juni um 8.46 Uhr den Gipfel ihrer Jahresbahn - der astronomische Sommer beginnt. Anschließend beginnt ihr Abstieg im Tierkreis, weshalb man von Sommersonnenwende spricht. Der Sommerpunkt liegt im Sternbild Stier an der Grenze zum Sternbild Zwillinge. Der Sommerpunkt markiert auch den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%