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Dermatologin: Feinstaub macht Pollen aggressiv

Mit dem Pollenflug der Birken beginnt für viele Menschen die Leidenszeit. Die Augen tränen, die Nase läuft, Niesattacken und Müdigkeit sind die Begleiterscheinungen zum Heuschnupfen. Die Feinstäube in der Luft, vor allem die Rußpartikel, machen die Pollen noch aggressiver.

dpa AUGSBURG. Mit dem Pollenflug der Birken beginnt für viele Menschen die Leidenszeit. Die Augen tränen, die Nase läuft, Niesattacken und Müdigkeit sind die Begleiterscheinungen zum Heuschnupfen. Die Feinstäube in der Luft, vor allem die Rußpartikel, machen die Pollen noch aggressiver.

Das sagte Chefärztin für Dermatologie am Klinikum Augsburg, Julia Welzel, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Rund zwölf Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Heuschnupfen. „Man soll sich behandeln lassen, um eine Asthma-Erkrankung zu verhindern.“

„Bei Pollenallergie soll man keinesfalls im Freien joggen“, warnt Welzel. Aus einem einfachen Heuschnupfen könne chronisches Asthma entstehen, eine ernst zu nehmende Erkrankung. Etwa 40 Prozent aller Allergiker reagieren auf die Frühblüher, deren Pollen jetzt in der Luft sind.

Gegen die „Volkskrankheit Heuschnupfen“ helfen oft einfache Schutzmaßnahmen. „Nicht bei offenem Fenster schlafen, zu Hause die Kleider wechseln und lange Haare hochstecken“, empfiehlt die Ärztin. Allergiker sollen so weit wie möglich die Pollenexposition meiden. Pollengitter an den Fenstern sorgen für eine unbelastete Wohnung. „Pollenfilter, die man sich in die Nase schiebt, haben sich nicht bewährt.“

Bei schweren Symptomen wie Fließschnupfen, Kopfschmerzen, gerötete Augen oder Schlappheit helfen auch Medikamente. „Arzneimittel wie Augentropfen oder Sprays sind in den Apotheken rezeptfrei zu bekommen. Man kann sich auch von den Apothekern beraten lassen“, meint Welzel. Bei länger andauernden Heuschnupfen-Attacken empfiehlt sie aber den Gang zum Arzt. Der kann durch Hauttests herausfinden, auf welche Pollen der Patient reagiert und dann gezielt eine Behandlung einleiten.

Ursache für Heuschnupfen ist eine Überempfindlichkeit auf Blütenpollen. Der Körper reagiert auf die Pollen wie auf Krankheitserreger und veranlasst bestimmte Körperzellen, Botenstoffe wie das Histamin auszuschütten. Dadurch werden die kleinen Blutgefäße erweitert, es kommt zu Schwellungen und Rötungen, Drüsen werden angeregt, es kommt zu vermehrter Schleimbildung. Aus unbehandeltem Heuschnupfen kann so allergisches Asthma entstehen, warnt Welzel.

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