Forschung + Innovation
Deutsche Erfinder gehen in die Offensive

Die Deutschen zeigen wieder mehr Erfindergeist. Erstmals seit fünf Jahren sind beim Deutschen Patent- und Markenamt (Dpma) in München die Anmeldungen aus der Bundesrepublik wieder angestiegen, teilte Behördenpräsident Jürgen Schade am Freitag in München mit.

dpa MüNCHEN. Die Deutschen zeigen wieder mehr Erfindergeist. Erstmals seit fünf Jahren sind beim Deutschen Patent- und Markenamt (Dpma) in München die Anmeldungen aus der Bundesrepublik wieder angestiegen, teilte Behördenpräsident Jürgen Schade am Freitag in München mit.

Deutsche Unternehmen, Hochschulen und Einzelerfinder haben 2004 demnach 48 329 Patente angemeldet - rund 1 000 mehr als im Vorjahr. „Die deutschen Erfinder und die deutsche Industrie sind also durchaus innovativ, auch wenn manchmal das Gegenteil behauptet wird“, betonte Schade. „Wir können auch nicht feststellen, dass Firmen in Scharen ihre Entwicklungsabteilungen ins Ausland verlegen würden.“

Mit rund 6 000 Anmeldungen sei der Fahrzeugbau wie schon seit Jahren der innovativste Bereich gewesen. Die meisten deutschen Patente (2 271) hat den Angaben zufolge die Robert Bosch Gmbh im vergangenen Jahr angemeldet, gefolgt von Siemens mit 2 228 Anmeldungen. Auf Platz drei liegt Daimler-Chrysler mit 1 319 Anmeldungen, gefolgt vom Chip-Hersteller Infineon mit 1 319. Rechnet man auch die Patentanmeldungen hinzu, die 2004 beim Europäischen Patentamt eingegangen und auch für Deutschland wirksam sind, ergibt sich nach den Worten von Schade eine andere Reihenfolge: Dann liegt Siemens mit 3 892 angemeldeten deutschen und europäischen Patenten vor Bosch mit 3 587 Anmeldungen, gefolgt vom niederländischen Elektronikkonzern Philips (2 365).

Sorge bereite dem Patentamt, dass der Löwenanteil der Anmeldungen sich bei den großen Unternehmen konzentriere, sagte Schade. Der Anteil der Einzelerfinder liege nur bei ungefähr zehn Prozent. Deshalb liege die Frage nahe, ob das Patentrecht zu wenig Rücksicht auf die besonderen Interessen kleiner und mittelständischer Industriebetriebe nehme.

Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben die Nase vorn: „Aus diesen Ländern kommen gut zwei Drittel aller Patentanmeldungen.“ Das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bayern und Baden-Württemberg daure an. Mit 13 449 Patentanmeldungen liege Bayern in absoluten Zahlen auf Platz Eins - vor Baden- Württemberg (12 856) und Nordrhein-Westfalen (7 830). Bei den Anmeldungen je 100 000 Einwohner rangiere dagegen Baden-Württemberg (122) vor Bayern (116).

Zu den deutschen Patentanmeldungen kommen noch 9 445 Anmeldungen dazu, die aus dem Ausland bei der Münchner Behörde eingingen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr somit 57 784 (plus 1,5 Prozent) Patente angemeldet. Ende 2004 seien bei der Behörde fast 400 000 gültige Patente registriert gewesen, sagte Schade.

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