Forschung + Innovation
Deutsche Forscher beobachten lebende Zellen

Die Beobachtung der Vorgänge in lebenden Zellen haben Berliner und Münchner Forscher möglich gemacht. Dank einer neuen Methode lasse sich erstmals die Regulierung von Genen durch Enzyme „am Objekt“ verfolgen, teilte das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) mit.

dpa BERLIN. Die Beobachtung der Vorgänge in lebenden Zellen haben Berliner und Münchner Forscher möglich gemacht. Dank einer neuen Methode lasse sich erstmals die Regulierung von Genen durch Enzyme „am Objekt“ verfolgen, teilte das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) mit.

Die gemeinsam mit Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität-München (LMU) erzielten Ergebnisse werden im Fachmagazin „Nature Methods“ beschrieben.

Die Methode ermöglicht es, die Arbeit derjenigen Enzyme zu verfolgen, die so genannte Methylgruppen an die DNA heften und auf diese Weise Gene abschalten. Das Markieren und Abschalten von Genen ist ein lebenswichtiger Vorgang. Störungen dabei verursachen Missbildungen und schwere Erkrankungen. So finden sich häufig in Krebszellen veränderte Methylierungsmuster. Für die Wachstumskontrolle zuständige Gene werden abgeschaltet, ein Tumor beginnt zu wuchern.

Die Teams von Lothar Schermelleh (LMU), Cristina Cardoso (MDC) und Heinrich Leonhardt (MDC, LMU) markierten die für die Methylierung zuständigen Enzyme von Zellen mit grün oder rot leuchtenden Farbstoffen und machte sie so sichtbar. Außerdem stellten sie spezielle „Fallen“ (traps) in den Zellen auf, die zuschnappen, sobald ein Enzym eine Methylgruppe an die DNA anhängt. Dieses In-die-Falle- gehen der leuchtenden Moleküle kann mit geeigneten Mikroskopen beobachtet werden.

Die Forscher versprechen sich von ihrer Methode neue Hinweise auf Krebs auslösende Fehlerquellen. Außerdem wollen sie Wirkstoffe suchen, die Fehler wieder rückgängig machen und fälschlich abgeschaltete Gene wieder anschalten können.

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