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Deutsche Forscher: Kometen enthalten mehr Staub als angenommen

Kometen sind staubiger als bisher angenommen. Das hätten Auswertungen der Bilder von der inszenierten Kometenkollision „Deep Impact“ ergeben.

dpa KATLENBURG-LINDAU. Kometen sind staubiger als bisher angenommen. Das hätten Auswertungen der Bilder von der inszenierten Kometenkollision „Deep Impact“ ergeben.

Das sagte der Wissenschaftler Michael Küppers vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau (Kreis Northeim). „Jetzt haben wir beim Kometen Tempel 1 gesehen, dass mehr Staub als Eis da ist.“

Seit den 50er Jahren gehe die Wissenschaft davon aus, dass Kometen eher „schmutzige Schneebälle“ sind. „Tempel 1 hat sich eher als "eisiger Staubball" entpuppt“, sagte Küppers. Die Forschungsergebnisse sind im Fachmagazin „Nature“ (Bd. 437, S. 987) vom Donnerstag veröffentlicht.

Das kühlschrankgroße Projektil der US-Raumsonde „Deep Impact“ war am 4. Juli mit einer Geschwindigkeit von rund 37 000 Kilometern pro Stunde in den kartoffelförmigen Kometen Tempel 1 gerast. Die Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft hatten mit Hilfe der Osiris-Kamera an Bord der Esa-Kometensonde Rosetta Bilder von dem in den Weltraum schleudernden Kometenmaterial aus einer Entfernung von 80 Mill. Kilometern aufgenommen. Etwa 2 500 Bilder werden nach Angaben Küppers ausgewertet. Endgültige Ergebnisse erwartet er im Laufe des nächsten Jahres. Zusammen mit den Auswertungen der Nasa erhoffen sich die Wissenschaftler Aufschluss über die Entstehung des Sonnensystems.

Tempel 1 wurde am 3. April 1 867 von dem sächsischen Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel (1 821-1 889) in Marseille entdeckt. Der Komet hat eine Länge von 14 Kilometern und einen Durchmesser von rund fünf Kilometern. Er umrundet die Sonne auf einer elliptischen Bahn zwischen den Planeten Mars und Jupiter alle 5,5 Jahre.

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