Deutsche Forscher sind erfolgreich
Robocup entwickelt sich zum Renner

Die Roboter-Fußballmeisterschaften in Paderborn haben sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Renner entwickelt.

PADERBORN. Nach der Weltmeisterschaft, die jedes Jahr ausgetragen wird (2006 kommt sie nach Bremen), sind die German Open das größte Turnier weltweit »(www.robocup-german-open.de). Organisatoren der Veranstaltung sind das Heinz Nixdorf MuseumsForum »(www.hnf.de) in Paderborn und das Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme in Sankt Augustin bei Bonn »(www.ais.frauenhofer.de). Am ersten Robocup im Jahr 2001 nahmen rund 300 Forscher teil, in diesem Jahr waren es schon 700, die von 5 500 Zuschauern angefeuert worden sind. Erstmals gab es - neben den Zweibeinern - auch eine Rescue-Liga, in der Roboter Verletzte aufspüren müssen. Besonderen Wert legen die Veranstalter auch auf die Förderung der Jugendforschung. An diesem Wochenende kämpften 106 Teams aus drei Ländern in den Jugendwettbewerben um den Sieg.

Die deutschen Forscher sind im „Deutschen Nationalkomitee Robocup“ zusammengeschlossen (www.robocup.de). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt 14 Forscherteams quer durch die Republik zumeist mit Personalmitteln. Diese Förderung hat es ermöglicht, dass im vergangenen Jahr ein Deutsches Nationalteam in der Vierbeiner-Klasse Weltmeister wurde. International beschäftigen sich rund 4 000 Wissenschaftler in 40 Ländern mit Fußball spielenden Robotern »(www.robocup.org).

Wenn der Robocup vorbei ist, dann gehen die Forscher in die zweite Runde. Sie halten noch eine wissenschaftliche Tagung ab, auf der unter anderem einige Teams ihre Computerprogramme offen legen. Ziel ist, möglichst schnell die Forschung voranzutreiben. Ungefähr ein Viertel aller wissenschaftlichen Veröffentlichungen stammt dank der DFG-Förderung inzwischen von deutschen Forschern.

Natürlich bringen die Forscher nicht nur aus Spaß an der Freude Roboter Fußball spielen bei. Vielmehr sollen Erkenntnisse daraus auch andere Projekte antreiben. So gibt es heute bereits einen kommerziell gebauten, vollautomatischen Kicker, der auf Robocup-Entwicklungen beruht. Ein Ziel der Roboterforschung ist es, dem Menschen Arbeit abzunehmen. In Japan sollen Roboter irgendwann mal in der Altenpflege eingesetzt werden. „Ein Japaner würde sich lieber von einem Roboter versorgen lassen, als von einem Nicht-Japaner“, umschreibt Roboterforscher Professor Hans-Dieter Burkhard von der Humboldt-Universität in Berlin, die Technikbegeisterung der Japaner. Bis es so weit ist, werden sicherlich noch einige Jahre ins Land ziehen. „Ich kann mir aber vorstellen, dass Roboter in ein paar Jahren dem Menschen leichtere Tätigkeiten im Haushalt abnehmen“, sagt Burkhard.

Besonders in den Vereinigten Staaten interessieren sich auch die Militärs für die Roboter-Forschung und den Robocup. Dort wird nach Ansicht von Burkhard ein Großteil der Forschung vom Militär finanziert. Deshalb sind die Amerikaner auch in einigen Bereichen der Roboterforschung führend. „Das Selbstverständnis der Robocup-Gemeinschaft sieht jedoch anders aus: Wir wollen nicht in den militärischen Bereich“, sagt Professor Burkhard.

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