Deutsche Politiker
Fortsetzung der Stammzellforschung gefordert

Die deutschen Politiker fordern eine Fortsetzung der wissenschaftlichen Arbeit in der Stammzellenforschung. Experten fast aller Parteien lehnen es ab, nach dem Skandal um die Fälschungen des südkoreanischen Forschers Hwang Woo Suk auf diesen Zweig zu verzichten.

HB BERLIN. Dies bekräftigten sie gegenüber der „Berliner Zeitung“. Der forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Jörg Tauss, riet davon ab, dem Forschungszweig die Unterstützung zu entziehen. Die Skepsis bei den Kritikern sei zwar jetzt höher und Erleichterungen für diesen Bereich würden noch schwieriger. Dennoch gelte: „Es muss weiter geforscht werden. Es ist betrüblich, dass die Stammzellenforschung in den Geruch von Scharlatanerie kommt.“

Die stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschefin Katherina Reiche sprach von einem Rückschlag für die Forschung. „Es ist bedauerlich, dass hier jemand seinen persönlichen Ruhm über die wissenschaftliche Korrektheit gestellt hat.“ Ein Einzelner habe die gesamte Branche in Verruf gebracht. Künftig müssten die Ergebnisse der Stammzellenforschung mehr als bisher auf Qualität und Sorgfalt überprüft werden.

Die FDP-Forschungspolitikerin Ulrike Flach bedauerte, dass Hwangs wissenschaftliche Projekte nun vermutlich nicht mehr weiter verfolgt würden. „Was Professor Hwang vorhatte, den Aufbau einer Stammzellbank, war ein tolles Projekt, das der Welt sehr weiter geholfen hätte“, erklärte sie.

Der südkoreanische Wissenschaftler hatte zugegeben, Ergebnisse einer Aufsehen erregenden Studie zur Herstellung von embryonalen Stammzellen manipuliert zu haben. Hwang kündigte seinen Rücktritt als wissenschaftlicher Leiter des Projekts an. Er ist bekannt für die ersten Klone von menschlichen Embryos und eines Hundes.

Der frühere Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Spiros Simitis, machte den hohen Wettbewerbsdruck in der Forschung mitverantwortlich für den Skandal. „Dies ist ein besonders sensitiver Bereich wegen der Hoffnungen auf Heilung und Linderung von Krankheiten, die damit verbunden sind“, sagte Simitis der „Berliner Zeitung“. Oft gehe es um Patente. „Durch die wirtschaftliche Verwendbarkeit steigt der Druck noch, und die Forscher kennen die Erwartungen, die an sie gerichtet sind.“ Hwang werde sicher kein Einzelfall bleiben.

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