Deutscher Astronaut Reiter vor der Rückkehr
US-Raumfähre „Discovery“ ins All gestartet

Mit dem ersten nächtlichen Shuttle-Start seit vier Jahren hat am Sonntag die letzte Raumfahrtmission des Jahres begonnen. Die „Discovery“ hob am frühen Morgen planmäßig vom Raumfahrtzentrum Cape Canaveral in Florida ab. Nachdem der ursprünglich für Donnerstag geplante Start wegen schlechten Wetters zwei Mal verschoben worden war, gab am Sonntag ein wolkenloser Himmel den Weg ins All frei.

HB CAPE CANAVERAL. „Wir haben fünf Leute, die noch nicht aufgehört haben zu lächeln“, sagte der Kommandant der Raumfähre, Mark Polansky. „Das war ein großartiger Start zu einer großartigen Mission.“ Nach ihrer Ankunft an der Internationalen Raumstation (ISS) haben die Astronauten ein umfangreiches Programm vor sich. Dabei geht es um eine Erneuerung der Verkabelung und um den Einbau eines neuen Moduls der ISS. Die Reise der „Discovery“ ist einer von noch 14 geplanten Shuttle-Flügen zur Fertigstellung der ISS. Im Jahr 2010 soll das Raumfährenprogramm in seiner bisherigen Form eingestellt werden.

An Bord der „Discovery“ ist erstmals ein schwedischer Astronaut, Christer Fuglesang. Mit dem Rückflug kehrt der Deutsche Thomas Reiter zur Erde zurück, der seit dem 4. Juli für die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) im All unterwegs ist. Er wird von der amerikanischen Astronautin Sunita „Suni“ Williams abgelöst, die sechs Monate in der Station bleiben wird.

An Bord der ISS bereitete sich die Besatzung auf die Ankunft der „Discovery“ vor. „Wir werden Ausschau halten und unsere Taschenlampe raushalten, damit sie uns finden“, scherzte der amerikanische Astronaut Michael Lopez-Alegria. Neben Polansky, Williams und Fuglesang gehören Robert Curbeam, William Oefelein, Joan Higginbotham und Nicholas Patrick zur Besatzung der „Discovery“.

Der Start der „Discovery“ war der erste nächtliche Raumfährenstart seit November 2002. Nach dem Tod von sieben Astronauten bei der Rückkehr der Raumfähre „Columbia“ im Jahr 2003 hatte die NASA angeordnet, dass die ersten drei Raumfährenstarts danach nur bei Tageslicht stattfinden sollten. Damit sollte gewährleistet werden, dass eine Beschädigung der Treibstofftanks durch abbrechende Dämmschutzteile rechtzeitig erkannt wird. Jetzt vertrauten die NASA-Techniker darauf, den Start auch mit Radarbildern umfassend beobachten zu können. Außerdem soll die Raumfähre bei den drei geplanten Ausstiegen ins All von außen auf mögliche Schäden untersucht werden.

Die „Discovery“ soll ihre zwölftägige Reise bis Silvester abschließen, weil die Computer der Raumfähre nicht darauf programmiert sind, den Wechsel vom 365. Tag dieses Jahres zum ersten Tag des neuen Jahres während eines Fluges zu vollziehen. Zwar wurde bereits eine Lösung für dieses Problem entwickelt, aber noch nicht ausreichend getestet.

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