Deutscher Zukunftspreis
Auszeichnung für den Zweiohr-Effekt

Wer seine Mitmenschen nicht mehr richtig versteht, braucht vielleicht ein Hörgerät. Forscher haben eine neue Variante entwickelt und dafür den Deutschen Zukunftspreis bekommen.
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BerlinWortsalat, Nachhall oder nervenraubendes Pfeifen: Mit solchen Hörgeräten soll irgendwann Schluss sein. Für einen zukunftsweisenden Schritt in diese Richtung haben Forscher der Universität Oldenburg und des Münchner Elektrokonzerns Siemens den Deutschen Zukunftspreis im Wert von 250.000 Euro gewonnen.

Sie entwickelten Hörgeräte mit einem Zweiohr-Effekt. Dafür werden Hörgeräte an beiden Seiten des Kopfes mit Hilfe digitaler Technik und ohne Kabel in einem System verknüpft. Entscheidend für diese Weiterentwicklung sind Rechenverfahren, die den Schall vom linken und rechten Ohr vergleichen und Störgeräusche unterdrücken.

Bundespräsident Joachim Gauck verlieh die begehrte Auszeichnung am Mittwochabend in Berlin. „Viele suchen Lösungen für große Probleme unserer Zeit“, sagte er. Der Zukunftspreis solle die Menschen sichtbar machen, die solche gute Ideen entwickelten und auch umsetzten. „Sie sind für mich Vorbilder. Mit ihrer Neugier, ihrer Leidenschaft und ihrer Beharrlichkeit“, ergänzte er.

In Europa gilt jeder sechste Erwachsene als schwerhörig, bei Senioren ist es bereits jeder zweite. Und die Gesellschaft altert weiter. Schlecht hören zu können ist nicht nur anstrengend, es hat oft auch eine soziale Komponente. Schwerhörige können Gesprächen in geräuschvoller Umgebung kaum folgen. Tägliche Missverständnisse sorgen zusätzlich für Frust. Die Folge ist oft ein Rückzug. „Wir möchten auch dazu beitragen, dass Menschen den Mut haben, frühzeitig ein Hörgerät zu tragen. Sie sollen wieder dazugehören“, sagte der Leiter des Siegerteams, Birger Kollmeier.

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