Deutscher Zukunftspreis
Spitzentechnologie im Rampenlicht

Mitwachsende Herzklappen, Energiesammler für Solarkraftwerke und ein digitales, drahtloses Mikrofonsystem: Die Ideen der vier nominierten Forschungsteams beim Deutschen Zukunftspreis sind alle überzeugend. Doch nur eine wird mit 250 000 Euro ausgezeichnet.

BERLIN. Hochwirksame Solartechnik, mitwachsende Implantate, intelligente Mini-Sensoren und die digitale Tonübertragung konkurrieren in diesem Jahr um den Deutschen Zukunftspreis, den Bundespräsident Horst Köhler am 3. Dezember in Berlin verleihen wird. Die Forscherteams von Schott Solar CSP, der Medizinischen Hochschule Hannover, des Automobilzulieferers Bosch und des Tontechnikherstellers Sennheiser sind gestern in Berlin für die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung nominiert worden.

Nikolaus Benz und Thomas Kuckelkorn, Entwickler bei einer Solar-Tochter der Mainzer Schott AG haben einen Energiesammler für Solarkraftwerke entworfen, der hilft, Sonnenenergie effizienter in Strom zu verwandeln. Dieser besteht aus einem Vakuumrohr, in dem Thermoöl zirkuliert. Durch diesen sogenannten Receiver, der unter anderem mit einem speziellen Wärmeabsorber und einer speziellen, auf nanotechnologischen Verfahren basierenden Antireflexbeschichtung ausgerüstet ist, wird die gebündelte Sonnenwärme verlustarm zu einem Dampfkessel transportiert. Durch die Hitze wird Dampf erzeugt, eine Turbine angetrieben und Strom produziert. Mittelfristig sei auf diese Weise eine konkurrenzfähige Stromproduktion möglich, so Benz.

Axel Haverich, Serghei Cebotari und Michael Harder von der Medizinischen Hochschule haben die Jury mit ihren mitwachsenden Herzklappen zur Implantation im Kindesalter überzeugt. Seit 1996 arbeitet das Forscherteam an der Entwicklung von langlebigen Herzklappen-Implantaten. Nun haben sie ein Verfahren gefunden, mit dem Spenderklappen durch eine besondere „Zellwäsche“ komplett von den Zellen des Spenders befreit werden können. Nur die stabile Matrix aus Kollagen wird dem Empfänger eingepflanzt und dort von dessen eigenen Zellen umwachsen. „Dadurch gibt es beim Empfänger keinerlei Abstoßungsreaktion“, erläuterte Haverich.

Ein weiterer Vorteil: Dadurch dass die implantierte Klappe mitwächst, muss bei herzkranken Kindern nicht wie bislang alle zwei bis drei Jahre ein neues Implantat eingesetzt werden. Das Produktsverfahren, das auch bei anderen Gewebeimplantaten – etwa Venen – genutzt werden kann, wird derzeit von einem Start-up der Hochschule, der Firma Corlife, zur Marktreife gebracht.

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