Deutscher Zukunftspreis
Wenn der Herzschrittmacher E-Mails schreibt

Für die Entwicklung neuer Anti-Thrombose-Pillen, eines E-Mail-schreibenden Herzschrittmachers und klimafreundlicher Kühlsysteme sind drei Forscherteams für den Deutschen Zukunftspreis nominiert worden. Bundespräsident Horst Köhler will die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung am 2. Dezember verleihen.

ap BERLIN. Ein Team des Pharmakonzerns Bayer Schering aus Wuppertal qualifizierte sich mit der Entwicklung einer neuen Anti-Thrombose-Pille. Diese soll nach Angaben der Forscher gegenüber bislang gebräuchlichen Medikamenten ohne häufige Laborkontrollen und Dosierungsanpassungen auskommen und so die Lebensqualität der Patienten verbessern. Derzeit ist das Präparat unter dem Namen Xarelto in der EU und anderen Ländern unter anderem zur Thrombosevorbeugung bei Hüftoperationen zugelassen.

Funkende Schrittmacher und kühlende Mikrokaspeln

Mit ihren E-Mail-schreibenden Herzschrittmachern schaffte es die Berliner Firma Biotronik in die Endrunde des Zukunftspreises. Implantierte Schrittmacher senden gesundheitliche Werte per Funk an ein Empfangsgerät, das die Informationen per Mobilfunk an eine Datenbank weiterleitet. Alarmierende Werte erhält der behandelnde Arzt zudem per E-Mail. Nach Angaben von Biotronik kann die Anzahl erforderlicher Nachsorgeuntersuchungen so um 43 Prozent gesenkt werden. Aktuell sollen weltweit 40.000 Schrittmacher-Patienten das Monitoring-System nutzen.

Die dritte nominierte Innovation ist das Ergebnis einer Forschungsgemeinschaft zwischen dem Freiburger Fraunhofer-Institut und dem Chemiekonzern BASF aus Ludwigshafen. Das Forschungsteam entwickelte paraffinhaltige Mikrokaspeln, die in Baustoffe integriert ohne Energieaufwand Gebäude kühlen. Der in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch gestiegene Bedarf an Kühlenergie kann nach Angaben der Forscher mit Hilfe dieser Technologie erheblich reduziert werden. In vielen Fällen könne auf herkömmliche Klimaanlagen verzichtet werden.

Forschungseinrichtungen haben Vorschlagsrecht

Der Deutsche Zukunftspreis wird seit 1997 verliehen und von Unternehmen und Stiftungen gefördert. Wissenschaftler können sich nicht selbst bewerben, sondern müssen von Forschungseinrichtungen oder Wirtschaftsverbänden vorgeschlagen werden. Eine Fachjury wählt bis zu vier Kandidaten für die Endrunde aus. In den vergangenen zwölf Jahren wurden unter anderem neuartige Leuchtdioden, Lichtmikroskope und sprachverstehende Computer ausgezeichnet. Seit 2006 zeigt eine Dauerausstellung im Deutschen Museum in München die Projekte und Preisträger.

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