Deutsches Raumfahrzeug
Testflug von „Shefex II“ verschoben

Es sollte ein Riesenschritt für die deutsche Raumfahrt werden. Jetzt muss der für Mittwoch geplante Start des Raumfahrzeuges „Shefex II“ wegen schlechten Wetters verschoben werden - um mindestens einen Tag.
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Andøya/StuttgartDer Testflug des scharfkantigen Raumfahrzeuges „Shefex II“ muss wegen schlechten Wetters verschoben werden. „Wetterbedingt wird es jetzt nicht vor Donnerstag zum Start kommen“, teilte eine Sprecherin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart mit. Die Vorhersage für den ursprünglichen Starttermin am Mittwoch sei zu ungünstig. Die Wissenschaftler wollen das Modul von der norwegischen Raketenbasis Andøya gut 250 Kilometer ins All schießen. Bei dem gut zehnminütigen Flug sollen unter anderem neue Hitzeschutz- und Kühltechniken getestet werden.

Laut Projektleiter Hendrik Weihs vom Stuttgarter DLR-Institut für Bauweisen- und Konstruktionsforschung sollen mehr als 300 Sensoren etwa für Druck und Temperatur pro Sekunde bis zu 5.000 Daten liefern. Die Verkleidung von „Shefex II“ besteht anders als bei herkömmlichen Flugobjekten nicht aus abgerundeten und einzeln angefertigten Kacheln, sondern aus ebenen Flächen. Deren Produktion ist technisch einfacher und vor allem günstiger. Am Ende wollen die Wissenschaftler mit den Erkenntnisse aus dem „Shefex“-Projekt einen neuartigen, kleinen Raumgleiter bauen, der ab 2020 zur Verfügung stehen soll.

Etwa zehn Minuten nach dem Start in Andøya soll das samt Rakete 12,6 Meter hohe Modul am Fallschirm nahe Spitzbergen landen. Wenn alles wie geplant klappt, wird das Raumfahrzeug mit elffacher Schallgeschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde in die Atmosphäre eintreten. Diese Phase dauert etwa 45 bis 60 Sekunden, die Temperatur steigt an den Kanten auf bis zu 2.500 Grad Celsius. Beim Flug wird „Shefex II“ kräftig durchgeschüttelt und dreht sich beim Aufstieg zweimal je Sekunde um die eigene Achse.

Mit „Shefex II“ testet das DLR verschiedene Hitzeschutzsysteme und Kühlsysteme. Das Raumfahrzeug ist unter anderem mit über 300 Sensoren für Druck, Temperatur und Wärmefluss ausgerüstet. Anders als etwa bei den Space Shuttles besteht die Verkleidung nicht aus abgerundeten und einzeln angefertigten Kacheln, sondern aus ebenen Flächen. Diese sind einfacher und preiswerter herzustellen.

„Shefex“ steht für „Sharp Edge Flight Experiment“, also einen „scharfkantigen Flugversuch“. Vor sieben Jahren hatte das DLR bereits das Vorgängermodell „Shefex I“ getestet. Dabei kam das kantige Design unter weniger extremen Bedingungen auf dem Prüfstand. So war die Fluggeschwindigkeit beispielsweise nur halb so hoch. Planungen für eine dritte „Shefex“-Mission sind zurzeit im Gang.

Das Flugexperiment mit „Shefex II“ ist nach DLR-Angaben ein rein national finanziertes Projekt. In den vergangenen sechs Jahren wurden Weihs zufolge rund 15 Millionen Euro investiert. Ihre Erkenntnisse wollen die Wissenschaftler letztendlich in einen neuartigen, kleinen Raumgleiter einfließen lassen, der ab 2020 zur Verfügung stehen soll.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Lesen Sie vom Handelsblatt eigentlich mal Ihre Artikel, die Sie veröffentlichen? Das Sie jede Menge Schreibfehler reinhauen ist ja fast schon normal. Das sie negativ polemisch gegen EU und EURO agieren ist mittlerweile den meisten Lesern klar. Aber so einen redaktionell schlechten Artikel wie diesen habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Und das bei einem so interessantem Thema. Schade

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