Dezentrale Rechnertechnik stellt und kontrolliert Signale und Weichen – und spart Investitionen: Bahn modernisiert Stellwerke

Dezentrale Rechnertechnik stellt und kontrolliert Signale und Weichen – und spart Investitionen
Bahn modernisiert Stellwerke

Die Deutsche Bahn steht in den nächsten Jahren vor der kostspieligen Modernisierung ihrer Leit- und Sicherungstechnik. Alte Stellwerke werden ausgemustert oder mit Elektronik erneuert, und auf Nebenstrecken soll neuzeitliche, aber einfacher aufgebaute Signaltechnik die bisherigen hohen Betriebskosten senken. Dabei kann die Bahn verstärkt preiswerte Industriestandards aus der Rechnertechnologie nutzen – statt wie früher teure bahnspezifische Lösungen.

HB DÜSSELDORF. Auf der Nebenstrecke von Kiel nach Bad Schwartau bei Lübeck ist die neue Technik seit letzten Dezember im Einsatz. Die 20 Weichen und 86 Signale, die zentral von Lübeck aus gestellt werden, sind über moderne – aber einfache – Technik vernetzt. Der britische Hersteller Westinghouse Rail Systems lieferte an die DB Netz AG neben der Steuerzentrale acht elektronische Stellwerke, die dezentral an der 70 Kilometer langen Strecke installiert sind. Das sind nicht etwa große Gebäudekomplexe. Die Stellwerke sind nicht größer als Aktenschränke.

Die Verteilung der Stellwerkstechnik macht Sinn. „Teure kilometerlange Verkabelungen werden überflüssig“, sagt Birgit Niederstebruch, Key Account Manager von Westinghouse für den deutschen Markt. Die kleinen Stellwerke kommen zudem mit einem maßgeschneiderten Innenleben aus: Ein modularer Aufbau ermöglicht es, exakt die Technik zu installieren, die zur Bedienung und Überwachung der Signale und Weichen erforderlich sind.

Dezentral, modular, plattformorient, schneller Aufbau und Austausch bei Defekten – das sind auch die Schlagworte von Jörg Klusmann vom Bahntechnik-Riesen Bombardier Transportation. In enger Zusammenarbeit mit der Bahn hat der Konzern in den letzten Jahren ein komplettes elektronisches System für die Leit- und Sicherungstechnik im Schienenverkehr entwickelt. Es kann für große Stellwerke in Bahnknoten genauso eingesetzt werden wie – in einfachen Versionen – auf Nebenstrecken. Ein erstes Projekt verwirklichte Bombardier in Mannheim-Rheinau als Großanlage – die Billig-Version soll auf der Nebenstrecke Appenweier/Bad Grießbach realisiert werden.

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