Die innovativsten Unternehmen
Es werde Licht

Viele der größten Unternehmen der Welt entdecken ihre schöpferischen Kräfte neu. Nach einer langen Phase des Sparens rückt Kreativität in den Fokus europäischer und amerikanischer Konzerne. Willkommen in der Ära der kreativen Wirtschaft!

DÜSSELDORF. Es ist Punkt zehn Uhr morgens. Wir schreiben den 24. Juli 2006. Das größte Brainstorming aller Zeiten beginnt. 140 000 Menschen aus 75 Ländern nehmen an dem 72 Stunden dauernden Kreativmarathon per Internet teil, bringen ihre Ideen ein - zu Mobilität und Freizeit, Finanzen und Handel, Gesundheit, Energie und Umwelt. Doch das Ziel der gigantischen Veranstaltung ist kein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Es geht um nichts weniger als die Zukunft des weltgrößten Computerkonzerns: Samuel J. Palmisano, der Vorstandschef von IBM, hat zum bislang aufwendigsten "Innovation Jam" aufgerufen, dem achten Online-Brainstorming dieser Art seit 2001. Er will herausfinden: Mit welchen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen kann Big Blue künftig im globalen Wettbewerb bestehen? Palmisano hält große Stücke auf die schöpferische Kraft seiner Kunden, Lieferanten, Berater, Mitarbeiter - und deren Familienmitglieder.

Jeder, der sich für IBM interessierte, war also eingeladen, IBM-Forschungsmaterial zu begutachten, in vier Themenforen zu diskutieren, eigene Ideen zu platzieren und andere zu kommentieren. Aus all den Eingaben wurden 37 000 Vorschläge destilliert, 31 davon wählten die IBM-Verantwortlichen aus, um sie weiterzuverfolgen. Darunter Ideen zum Aufbau digitaler Lager für private Foto-, Film- und Musikdateien. Oder zur Verbesserung des Verkehrsmanagements. Oder Ideen zu neuen Systemen für Online-Spiele, zu Mobiltelefonen als elektronischen Geldbörsen. Bis hin zu Vorschlägen für eine "grüne Unternehmensberatung", die Konzernen und Regierungen beim umweltschonenden Energieeinsatz hilft. 100 Millionen Dollar will Palmisano in die Verwirklichung dieser Ideen investieren.

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Mit dem Wunsch, ein kreativer Ruck möge durch den Konzern gehen, steht IBM keineswegs allein da. Bei vielen großen Playern der entwickelten Industrienationen findet derzeit eine fundamentale Neuorientierung statt. Der Ruf nach mehr Kreativität wird immer lauter. Innovationen müssen her. Schnellere. Bessere. Erfolgreichere. Der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble folgt diesem Ruf ebenso wie der Mischkonzern General Electric (GE) und der niederländische Elektronikriese Philips. Zusammen mit IBM bringen allein diese vier Weltkonzerne einen Jahresumsatz von rund 350 Milliarden Dollar auf die Waage. Und sie arbeiten hart daran, noch kreativer zu werden. Denn unter dem zunehmenden Wettbewerbsdruck der Globalisierung stehend, haben diese Unternehmen erkannt: Die Kostenführerschaft ist verloren. Und zwar für immer.

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