Die schnelle Datenübertragung über herkömmliche Telefonkabel ersetzt teure Standleitungen
Firmen verknüpfen Standorte per DSL

Die schnellen DSL- Leitungen (DSL steht für Digital Subscriber Line), bei denen Modems Datenpakete mit mehrfacher ISDN-Geschwindigkeit über herkömmliche Kupferleitungen übertragen, werden bisher vor allem von Internet-süchtigen Heimsurfern genutzt. Firmenkunden gibt es bislang nur wenige, dabei lassen sich mit dieser Übertragungstechnik Unternehmensstandorte höchst elegant und preiswert vernetzen.

DÜSSELDORF. DSL wird nach Ansicht von Experten in Zukunft für den Firmeneinsatz an Bedeutung gewinnen, zumal es auch an der Zuverlässigkeit in der Regel wenig auszusetzen gibt. Obwohl die Deutsche Telekom mit ihren DSL-Anschlüssen für Privatkunden sehr erfolgreich ist und dort quasi eine Monopolstellung errungen hat, hat die schnelle Übertragungstechnik bisher nur wenig Verbreitung in Unternehmen gefunden. Als Grund dafür vermuten Experten, wie Ariane Afrough, Senior Analyst beim Marktforschungsunternehmen IDC, dass die Telekom sich weder das eigene ISDN- noch das Geschäft mit den Standleitungen habe ruinieren wollen und daher bis in das vergangene Jahr die DSL-Firmenkunden weitgehend den kleineren Carriern überlassen hat.

Wie gut sich DSL in Firmen nutzen lässt, zeigt das Beispiel Wormland: Der Herrenausstatter hat seine Standorte mit Hilfe des Kölner Anbieters QSC vernetzt. „Natürlich hatten wir vorher auch über Standleitungen nachgedacht“, so EDV-Leiter Friedrich Jonas. „Aber das hätte für die Anbindung einer Filiale so viel gekostet, wie wir jetzt für alle vierzehn bezahlen.“

Bis zu Beginn des vergangenen Jahres waren die Geschäfte über normale ISDN-Leitungen in einem virtuellen Netzwerk (VLAN) mit einander verbunden, um das Warenwirtschaftssystem zu aktualisieren und den E-Mail-Verkehr abzuwickeln. Doch das hatte einen entscheidenden Nachteil: Durch die automatisierte Einwahl im Abstand von einigen Stunden blieben Nachrichten zu lange unbeantwortet und Termine konnten oft nicht rechtzeitig abgeglichen werden. Ein Intranet über diese Verbindungen laufen zu lassen, daran war gar nicht erst zu denken: ISDN-Leitungen sind dafür viel zu langsam und zu teuer.

DSL dagegen ermöglicht ähnliche Geschwindigkeiten wie eine Standleitung, benötigt dazu aber lediglich die gute alte analoge Kupfer- Telefonleitung und ist sehr viel billiger. Die Übertragungstechnik wird mit verschiedenen Geschwindigkeiten und in zwei Varianten angeboten: Zum einen gibt es die von der Deutschen Telekom im Bereich der Privatkunden gepushte asymmetrische Übertragung (ADSL), bei der Daten mit weit größerem Tempo empfangen als versendet werden, und zum zweiten die symmetrische Übertragung (SDSL), bei der die Übertragungsgeschwindigkeit in beiden Richtungen gleich ist.

Wormland hat sich für die zweite Variante entschieden. Abgerechnet wird die DSL-Leitung über eine Monatspauschale ohne Beschränkung der Datenmenge (Flatrate). Wormland bezahlt heute mit Flatrate und zusätzlichen Übertragungsmöglichkeiten etwa so viel wie für die ISDN-Verbindungen. Neben dem Mailverkehr überträgt das Unternehmen Daten der Warenwirtschaft und Zeiterfassung über das System, 130 Arbeitsplätze sind angebunden.

Mit DSL kann man jedoch nicht nur Daten übertragen, sondern auch telefonieren. QSC verkauft die Technik unter der Bezeichnung „Q-Voice“, und Wormland will sie ab dem nächsten Jahre nutzen. Alle Gespräche zwischen den vierzehn Filialen wären dann umsonst. Neben QSC bietet auch Colt Telecom diese Verbindung von Sprach- und Datentransfer an. Außer QSC, Deutscher Telekom und Colt hat auch Arcor DSL-Pakete für Firmenkunden im Sortiment. Unternehmen, die auf der Suche nach einer solchen Lösung sind, sollten sich die verschiedenen Offerten genau ansehen. Kleinere Anbieter sind meist nicht überall in Deutschland präsent; wer dagegen in einer großen Stadt wohnt, hat die Wahl, zumal es in vielen Metropolen zusätzlich lokale Player gibt – in Hamburg zum Beispiel Hansenet.

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