Digitale Schauspieler
Kamerasystem verbessert Animationen

Das US-Unternehmen Mova des ehemaligen Apple-Technikers Steve Perlman hat ein neues Kamerasystem präsentiert, mit dem Animationen für Kinofilme deutlich günstiger und schneller umgesetzt werden können, als dies mit bisheriger Technik möglich ist. „Mova Contour kann nicht nur Bewegungen, sondern die Realität einfangen“, sagt Entwickler Perlman, der von einem Durchbruch auf dem Sektor der Computeranimation spricht.

HB PALO ALTODi. Das neue System arbeitet mit zwei synchronisierten Kameras, die die Bewegungen des Modells zeitgleich aufzeichnen. „Anstatt wie bei bisherigen Systemen nur einzelne Punkte des menschlichen Gesichts einzufangen, ist es mit Mova Contour möglich, die gesamte Haut abzufilmen“, erklärt Perlman. Dadurch erhalte man einen unglaublichen Detailreichtum, der bislang technisch nicht machbar war.

Aktuelle Animationslösungen erfassen einige hundert Punkte auf dem Gesicht eines Schauspielers. Steve Perlmans Entwicklung arbeitet dagegen mit einer Auflösung von 200 000 Bildpunkten. Damit können Eigenheiten und kleinste Details des menschlichen Ausdrucks dargestellt werden, so das Unternehmen.

Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen, ist es notwendig, dass das Gesicht des Modells mit einem speziellen fluoreszierendem Puder bedeckt wird, das für das menschliche Auge unter normalen Umständen nicht sichtbar ist. In einem lichtdichten Raum sieht sich der gepuderte Schauspieler den zwei Videokameras des Systems gegenüber. Die Aufnahmen werden mit einem rasch blitzenden fluoreszierenden Blinklicht gemacht. Per Computer werden die einzelnen Aufnahmen der beleuchteten Gesichtspartien zu einem dreidimensionalen Bild zusammengefügt. Mittels Spezialsoftware können die aufgezeichneten Bewegungen anschließend nachbearbeitet werden. In diesem Arbeitsschritt wird dem Gesicht der gewünschte Ausdruck verliehen.

„Digitale Schauspieler zu erstellen war bislang sehr aufwendig. Es waren enorme Computerleistungen und eine Menge Geld notwendig, um diese wirklich realitätsnah umzusetzen“, erklärte Ed Ulbich, Vizepräsident der Special-Effects-Firma Digital Domain in Hollywood gegenüber der New York Times. Derartige Technik sei daher ausschließlich für Stunt- und große Special-Effekt-Szenen eingesetzt worden. „Mit Contour können ab jetzt auch Sequenzen animiert werden, in denen zwei Personen an einem Tisch einfach nur gegenüber sitzen und sich miteinander unterhalten. Es ist nun einfach und bei niedrigen Kosten umsetzbar, deren Gesichtsausdruck digital zur kreieren.“

Die Kosten für eine einzelne animierte Szene reduziere sich laut Perlman mit Contour auf etwa ein Hundertstel. Mussten Filmstudios bislang für eine Sequenz etwa 100 000 bis 200 000 Dollar auf den Tisch legen, so kostet eine animierte Figur jetzt nur mehr zwischen 1 000 und 2 000 Dollar. Ebenso werde die Zeit für die Erstellung des digitalen Schauspielers verkürzt - „von einigen Tagen auf etwa fünf Minuten“, sagt Perlman.

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