Digitale Speicherchips halten Einzug
TV-Anstalten verbannen Bandsalat

Kameraleute haben keinen leichten Job: Mal pfeifen ihnen in Krisengebieten die Kugeln um die Ohren, dann waten sie im Oderhochwasser oder fangen bei Eiseskälte Bilder von einem Schneesturm ein. Wieder im Sendezentrum angekommen, sind die mühsam gedrehten Aufnahmen nicht selten futsch oder verzerrt, weil die Bandmechanik der Kamera unter den rauen Bedingungen gelitten hat. Mit der Einführung der digitalen Aufnahmetechnik und unempfindlicher Speicherkarten soll das künftig nicht mehr passieren.

HB DÜSSELDORF. Auch die Redakteure in den Funkhäusern wird’s freuen, nicht nur weil sie ihre Bilder sicher haben. Das leidige Konvertieren entfällt. Denn die analogen Signale aus den Kameras müssen erst zeitaufwendig in digitale Formate wie das verbreitete DVC Pro umgewandelt werden, damit die neuen Computerschnittplätze in den Sendezentren etwas mit den Daten anfangen können. Zwar gibt es bereits seit längerem digital bespielbare Magnetbänder, doch die sind genauso stoß-, staub- und temperaturempfindlich wie ihre analogen Brüder.

Erste Tests mit der bandlosen Digitaltechnik laufen. „Praktisch geht es um die Nachrichtengeschwindigkeit“, sagt Ulrich Kirsten, beim MDR für die elektronische Berichterstattung zuständig. „Noch ehe der Redakteur an seinem Arbeitsplatz angekommen ist, um das Material zu sichten, ist es in das Datennetz des Funkhauses eingespielt.“

Im Mai hat Panasonic Deutschland die erste professionelle Videokamera auf den Markt gebracht, die gänzlich auf Magnetbänder verzichtet. An ihre Stelle sind in Reihe geschaltete Speicherkarten getreten. Die aus der digitalen Fotografie bekannten Secure Digital Cards, kurz SD Cards, fassen pro Stück ein Gigabyte Daten. Das entspricht viereinhalb Minuten fernsehtauglicher Bilder. Für Kameraleute ist das natürlich zu wenig. Deshalb greift der Hersteller zu einem Trick: Vier der kleinen Digitalspeicher werden zu einer so genannten P2-Karte zusammengefasst. Wiederum fünf dieser P2-Karten passen in die Kamera, die so 90 Minuten lang filmen kann. Auf der International Broadcast Convention in Amsterdam im September will Panasonic 4 Gigabyte große SD Cards vorstellen. Damit stiege die Aufnahmezeit auf 360 Minuten.

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