Digitales Antennenfernsehen
Mögliche Konkurrenz fürs Kabel

Seit Montag übertragen die Sendestationen im Ballungsgebiet Köln/Bonn und in Teilen Norddeutschlands das Fernsehprogramm im neuen digitalen Format DVB-T. Fernsehzuschauer können derzeit kostenlos bis zu 20 unterschiedliche Programme über Antenne empfangen. Die beteiligten Netzbetreiber und öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender setzen darauf, dass die neue Technologie das Antennenfernsehen durch höhere Übertragungsqualität und größere Programmvielfalt wieder attraktiver im Vergleich zu Kabel und Satellit macht.

HB DÜSSELDORF. "Wir hoffen, dass in zwei Jahren in Nordrhein-Westfalen 20 Prozent aller Fernsehzuschauer DVB-T nutzen werden, vor allem über mobile Empfangsgeräte und Zweitgeräte in Räumen ohne Kabelanschluss", sagt Dieter Hoff, technischer Direktor beim Westdeutschen Rundfunk (WDR). Bisher hat das Antennenfernsehen nach Angaben von T-Systems einen Marktanteil von nur rund 6 Prozent, während das Kabelfernsehen mit 57 Prozent am stärksten verbreitet ist.

Wenn DVB-T ein Erfolg wird, würde es die Sendeanstalten daher unabhängiger von den mächtigen Kabelnetzbetreibern machen, vor allem nach der geplanten Fusion von Kabel Deutschland, Ish, Kabel Baden-Württemberg und Iesy. "Es gibt aber auch Regionen und Wohnlagen, in denen der Fernsehempfang weder über Kabel noch über Satellit möglich ist. Uns ist es wichtig, dass wir diese Zuschauer durch die Modernisierung des Antennenfernsehens auch in Zukunft erreichen können", so Dieter Hoff.

Alle Sendeanstalten, die ihre Zuschauer über diesen zusätzlichen Verbreitungsweg erreichen wollen, müssen durchschnittlich etwa 750 000 Euro pro Jahr, Region und übertragenem Programm an die Netzbetreiber zahlen, so Helmut Egenbauer, Leiter des Bereichs Media & Broadcast bei T-Systems. T-Systems investiert nach eigenen Angaben im Jahr 2004 etwa 30 bis 40 Millionen Euro in die Umrüstung der Sendeanlagen für den neuen Standard, der bis 2010 flächendeckend in ganz Deutschland eingeführt werden soll.

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