Forschung + Innovation
Dihk-Chef: Elite-Unis nur mit Studiengebühren möglich

Elite-Universitäten sind nach Auffassung von Handelskammerpräsident Ludwig Georg Braun nur mit Studiengebühren finanzierbar. Der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (Dihk) sagte: „Elite-Unis werden nur dort entstehen, wo der Weg für Studiengebühren frei ist.“

dpa BERLIN. Elite-Universitäten sind nach Auffassung von Handelskammerpräsident Ludwig Georg Braun nur mit Studiengebühren finanzierbar. Der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (Dihk) sagte: „Elite-Unis werden nur dort entstehen, wo der Weg für Studiengebühren frei ist.“

Die Bundesregierung will zwar Elite-Universitäten fördern, lehnt aber Studiengebühren ab. Vor kurzem hatte das Bundesverfassungsgericht das Verbot von Studiengebühren im Erststudium aufgehoben und damit den unionsgeführten Ländern Recht gegeben. Diese wollen Studiengebühren einführen.

Die Wirtschaft verspricht sich nach Brauns Worten von den Studiengebühren „mehr Wettbewerb unter den Hochschulen, eine größere Eigenverantwortung der Studierenden und damit auch eine Steigerung der Qualität von Forschung und Lehre“. Seiner Meinung nach sollten die Gebühren auch keine vorgeschriebene Ober- oder Untergrenzen haben. Kein Bundesland, das weiterhin ein attraktiver Hochschulstandort sein wolle, werde um die Einführung von Studiengebühren herumkommen. „Wer nicht mitzieht, wird zurückfallen.“

In einem Positionspapier, das der dpa vorliegt, spricht sich der Dihk gegen eine sozial verträgliche Staffelung der Gebühren aus. Vielmehr sollten „unterschiedliche Darlehen- und Stipendienmodelle sichern, dass Studierende aus sozial schwachen Verhältnissen nicht von einem Studium abgehalten werden.“ Die Unis sollten zehn Prozent der Studiengebühren für Stipendien bereitstellen.

Der Dihk bringt auch die Idee des so genannten Firmen- oder Werksstudenten wieder ins Gespräch: Unternehmen stellen einen Angestellten für das Studium frei. Im Gegenzug verpflichtet sich der Studierende, die Unterstützung nach dem Abschluss „abzuarbeiten“.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hofft, dass sich die Hochschulen jetzt in einem Wettbewerb um Stipendiengeber engagieren. „Wenn Studienbeiträge tatsächlich zur Qualitätsverbesserung beitragen, wird es für die Unternehmen weitaus attraktiver als bisher, gezielt Studenten zu unterstützen“, sagte ihr Bildungsexperte Christoph Anz dem „Tagesspiegel“ (Dienstag). Die BDA setzt sich für ein „Ausbildungsbudget“ von 15 000 Euro ein, das jeder Student bekommen soll und nicht zurückzahlen muss.

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