Dinosaurier-Laute
Gurrte der T. rex wie eine Taube?

In Hollywood-Filmen lässt man gerne Dinosaurier ihre Opfer anbrüllen, wie es heutige Raubtiere tun. Doch möglicherweise gibt es ein besseres Modell für die Lautäußerungen der Riesenechsen: die Ringeltaube.

HeidelbergWelche Laute die Dinosaurier produzierten, wird sich wohl nie ganz klären lassen, denn aus den Fossilien lässt sich das nur schwer ablesen. Ihre heute noch lebenden Nachfahren, die Vögel, sind vor allem für ihr Zwitschern berühmt.

Doch im Vogelreich finden sich noch andere Techniken. So kennt man etwa von Taube oder Strauß die Lautproduktion mit geschlossenem Schnabel, das Gurren. Der Klang wird dabei vornehmlich durch die Seiten des Halses abgeben, der Kehlsack weitet sich.

Eine Technik, die sich auch bei anderen Dinosaurierverwandten findet, etwa den Krokodilen. Aus dieser Tatsache schließen nun Forscher um Tobias Riede von der privaten Midwestern University in Illinois, dass Dinosaurier sehr wahrscheinlich auch über jenen Modus der Klangerzeugung verfügten.

Die Forscher haben dazu ermittelt, bei welchen Tiergruppen im Stammbaum der Arten das Merkmal vorhanden ist. Bei den Vögeln dürfte der Studie zufolge insgesamt mindestens 16-mal unabhängig voneinander diese Technik der Lautproduktion entstanden sein. Sie findet sich ebenso bei Krokodilen, die mit den Vögeln zu den heute noch lebenden Vertretern der Archosaurier gehören, zu denen man auch die Dinosaurier zählt. Das macht es nach Meinung der Autoren wahrscheinlich, dass mindestens einige Arten der urzeitlichen Riesenechsen auf solche Weise Laute produzierten.

Bei Vögeln wird das Gurren überwiegend zur Partnersuche eingesetzt. In der Regel werden dabei dumpfe, tiefe Töne hervorgebracht. Zudem scheint die Technik an eine körperliche Mindestgröße gekoppelt zu sein. Kleine Singvögel etwa beherrschen sie nicht. Möglicherweise war das Gurren also gerade für die Giganten unter den Dinosauriern ein probates Mittel, um paarungswillige Artgenossen auf sich aufmerksam zu machen.

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