„Discovery“ an ISS angedockt
Irdisches übersteht sogar Flug ins All

Zwei Tage nach dem Start der „Discovery“ betritt Thomas Reiter als erster Deutscher die Internationale Raumstation ISS. Die Raumfähre mit der siebenköpfigen Crew dockte am Donnerstag in 400 Kilometern über der Erde an die Weltraumstation an. Zuvor machte die Nasa aber noch eine ungewöhnliche Entdeckung.

HB HOUSTON. Kurz vor dem Andocken gegen 16.52 Uhr MESZ drehte Commander Steve Lindsey die „Discovery“ noch einmal mit der Unterseite zur ISS, damit deren Besatzung die hitzebeständigen Keramikkacheln in Augenschein nehmen und fotografieren kann. Die Kacheln sollen beim Wiedereintritt in die Atmosphäre ein Verglühen der Raumfähre verhindern. Vor drei Jahren hatten Schäden am Hitzeschild zum Absturz der Schwesterfähre „Columbia“ geführt. Auslöser der Katastrophe war damals ein Stück Isolierstoff des Haupttanks, das beim Start auf die Kacheln geprallt war. Der Schaden blieb damals unbemerkt. Beim Wiedereintreten in die Erdatmosphäre zerbrach die „Columbia“ und verglühte. Alle sieben Astronauten kamen ums Leben.

Auch beim Start der „Discovery“ hatten sich kleinere Stücke des Isolierschaums gelöst, erklärte die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Die Schäden seien aber nach bisheriger Erkenntnis äußerst gering, sagte Nasa-Flugleiter John Shannon zu Journalisten. Die Besatzung hatte Tragflächen und die Spitze der Raumfähre mit Lasergeräten und Kameras für Nahaufnahmen untersucht. Dabei sei ein heraushängendes Gewebeband gefunden worden, das aber keine Gefahr darstelle.

Vogelkot an der Außenhaut

Neben dem heraushängendes Gewebeband entdeckten die Experten allerdings noch etwas: Vogelkot. Dass dieser äußerst hartnäckig sein kann und sich oft nur sehr schwer entfernen lässt, wissen nicht nur Autobesitzer. Eine solche Erfahrung machte jetzt auch die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Sie entdeckte bei Kamera-Kontrollen an der Raumfähre „Discovery“ im All weiße Kleckse an der rechten schwarzen Tragflächenkante. Genau an derselben Stelle waren diese Flecken auch schon vor drei Wochen bei Kontrollen auf der Startrampe registriert worden.

Der Vogelkot überstand damit nicht nur die Gewitter in Florida, sondern auch den Start der Raumfähre, bei dem mehr als eine Million Liter Wasser auf die Triebwerke gesprüht werden, bevor der Shuttle ins All fliegt und auf eine Geschwindigkeit von fast 30 000 Kilometern in der Stunde beschleunigt. Bei der Rückkehr zur Erde wird die Kante der Tragfläche dann bis zu 3 000 Grad heiß.

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