„Discovery“ hat ihre Heimreise begonnen
ISS-Ausbau wegen Shuttle-Problemen in Gefahr

Eigentlich sollten die Raumfähren der Nasa die internationale Raumstation regelmäßig versorgen. Doch nach den Problemen der US-Raumfahrtbehörde mit den Shuttle-Flügen könnte Wissenschaftlern zufolge das gesamte milliardenschwere Projekt ISS in Frage stehen.

HB MOSKAU. Am Donnerstag hatte die Nasa den nächsten Flug einer Raumfähre um sechs Monate auf frühestens März verschoben. „Die Folgeeffekte für die Internationale Raumstation sind ziemlich dramatisch“, sagte Andrew Coates vom UCL-Mullard Space Science Laboratory. Die Shuttle der Nasa sind die einzige Möglichkeit, Bauteile ins All zu schaffen, die für die Fertigstellung der ISS benötigt werden. Mit dem von 16 Ländern getragenen 100 Mrd. Dollar teuren Projekt soll die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf den Menschen untersucht werden. Diese Kenntnisse könnten wichtig sein, wenn eines Tages Menschen auf den Mars geschickt werden sollen.

Durch die Stilllegung der US-Raumfähren werden Flüge zur Internationalen Raumstation ISS für Amerikaner und Europäer knapp und teuer. Ab 2006 werde sich Russland seine Transportleistungen bezahlen lassen, sagte der Sprecher der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wjatscheslaw Michailitschenko, am Freitag in Moskau der dpa.

Roskosmos werde alle Verträge bis Ende des Jahres einhalten, sagte Michailitschenko in Moskau. Diesen Plänen nach werde am 1. Oktober ein Sojus-Raumschiff mit der neuen Langzeitbesatzung William McArthur (USA) und Waleri Tokarew (Russland) zur ISS starten. Als dritter Mann werde der amerikanische Weltraumtourist Greg Olsen für zehn Tage ins All fliegen. Außerdem sei für September ein Progress-Versorgungsflug vereinbart.

Für die übernächste Langzeitmission ab März 2006 plante Roskosmos zunächst keinen Amerikaner ein und nominierte die Russen Pawel Winogradow und Dimitri Kondratjew. Der dritte Startplatz für einen Kurzaufenthalt könne an eine andere Raumfahrtagentur oder einen Touristen verkauft werden, sagte Programmleiter Alexej Krasnow. Er erwartete eine Erleichterung bei der ISS-Versorgung durch den für 2006 geplanten Start des europäischen Frachters ATV „Jules Verne“.

Die Nasa hat derweil die technischen Probleme am Treibstofftank des Shuttle bislang nicht lösen können. Beim Abheben der Raumfähre „Discovery“ Ende Juli hatte sich aus bisher ungeklärten Gründen ein großes Stück Isoliermaterial gelöst. Ein ähnlicher Vorfall hatte zum Absturz der „Columbia“ im Februar 2003 geführt.

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