„Discovery“-Mission wird zum Weltraum-Abenteuer
Angst vor neuer Shuttle-Katastrophe

Erstmals in der 25-jährigen Geschichte der Shuttle-Flüge soll ein Astronaut im All riskante Reparaturarbeiten an der Unterseite einer Raumfähre ausführen. Die „Discovery“-Mission wird damit zum regelrechten Weltraum-Abenteuer.

HB WASHINGTON. Nasa-Manager Wayne Hale spricht vor der bislang beispiellosen Reparatur der Raumfähre „Discovery“ im All lächelnd von einem „ganz einfachen Plan“. Und Shuttle-Kommandantin Eileen Collins meinte gelassen, das geplante Festmahl mit den Mannschaft der Internationalen Weltraumstation ISS werde halt auf die kommenden Tage verschoben, damit man den dritten Weltraum-Ausstieg der Astronauten vorbereiten könne.

Aber dieser Einsatz im All zur Notreparatur am Bauch der Raumfähre ist spektakulär, einmalig in der Geschichte der Raumfähren. Die „New York Times“ sprach von einem „Markstein für Weltraumausflüge“. Denn noch nie wurde im Verlauf einer Mission eine solche Reparatur durchgeführt. Die Reise der sieben US-Astronauten zur Raumstation ISS, die wegen technischer Probleme mehrfach verschoben werden musste, wird immer mehr zu einem ungewollten Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Auch eine weitere Verschiebung der Rückkehr der „Discovery“, die nach den jüngsten Plänen für Montag geplant ist, wird nunmehr diskutiert.

Hale, der stellvertretende Manager des Shuttle-Programms, sprach es offen an: Auf allen lastet der Albtraum des Schicksals der „Columbia“, die 2003 wegen beschädigter Hitzeschildkacheln beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte. Alle sieben Astronauten starben. „Wir wollen ein gutes Gewissen haben“, begründete Hale nun die geplante Aktion - denn auch nach tagelangem Studium der Schäden an der „Discovery“-Schutzhaut herrsche bei der Nasa „große Unsicherheit“, ob diese wirklich lebensgefährlich werden könnten.

Niemand könne die aerodynamischen Kräfte abschätzen, wenn die „Discovery“ in 60 Kilometern Höhe mit 18facher Schallgeschwindigkeit in die Erdatmosphäre rase. Der Hitzeschild ist dann Temperaturen von mehr als 1200 Grad Celsius ausgesetzt. „Während des Wiedereintritts in die Atmosphäre könnte alles normal verlaufen, oder einige schlechte Dinge könnten passieren“, formulierte Hale umständlich.

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